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Autoreferat (1939). FEITELBERG, SERGEI, und LAMPL, HANS: Über die Beeinflußung der Wärmebildung in den verschiedenen Hirnanteilen durch Narcotica, Hypnotica und Analeptica. Archives internationales de Pharmacodynamic et de Therapie. 1939, Bd. 61, S. 255-270.. Internationale Zeitschrift für Psychoanalyse, 24(4):463.

(1939). Internationale Zeitschrift für Psychoanalyse, 24(4):463

REFERATE: Psychiatrie — Neurologie

FEITELBERG, SERGEI, und LAMPL, HANS: Über die Beeinflußung der Wärmebildung in den verschiedenen Hirnanteilen durch Narcotica, Hypnotica und Analeptica. Archives internationales de Pharmacodynamic et de Therapie. 1939, Bd. 61, S. 255-270.

Review by:
Autoreferat

Die Methode der Gehirnfunktionsprüfung durch die Wärmetönung ist auf den Seiten dieser Zeitschrift angeregt und über ihre Ausarbeitung und erste Anwendung im Autoreferat berichtet worden. Die vorliegende Untersuchung versucht zur Klärung der Frage über den Angriffspunkt im Gehirn klinisch vielfach verwendeter Pharmaca mit zentralnervöser Wirkung beizutragen.

Auf Grund der Symptomatologie ist von Pick die Ansicht vertreten worden, daß Schlaf- und Narkosemittel in zwei Gruppen eingeteilt werden können, die vorwiegend auf den Hirnstamm, bezw. auf die Hirnrinde wirken (Barbitursäurederivate und Alkoholgruppe). Diese Einteilung hat sich für die Psychiatrie und Neurologie als von beträchtlichem Interesse erwiesen, insofern als die Verschiedenheit in der therapeutischen Wirkung von Präparaten der einen oder der anderen Gruppe bei bestimmten Krankheitsbildern Rückschlüsse auf den Sitz des pathogenen Prozesses in den Hirnganglien erlaubt, die sonst mangels genau faßbarer Veränderungen im Gehirn der Lokalisation schwer zugänglich sind. Als konkretes Beispiel sei auf die fast spezifische Beeinflussung der Epilepsie durch Luminal hingewiesen.

Wir haben nun durch Einführung von Thermoelementen in die Hirnrinde und die Stammganglien die Hemmung der Wärmebildung durch Narcotica und ihre Erhöhung durch Analeptica beobachtet und die Unterschiede in der Beeinflussung des Stammes und der Rinde in Kurven unmittelbar sichtbar machen können. Das Ergebnis lautete: Luminal dämpft zu Beginn der Wirkung vorwiegend den Himstamm, während Äther und Paraldehyd eine stärkere hemmende Wirkung in der Rinde haben. Cardiazol erregt zuerst und stärker den Himstamm.

Die hier gezeigte Möglichkeit, Erregungs- und Hemmungsprozesse der phylogenetisch älteren Zentren des Hirnstammes, welchen die Aufgabe der Steuerung vegetativer Prozesse zufällt, zugleich und im Vergleich mit den höheren Zentren der Großhirnrinde zu beobachten und zu erforschen, wird sich vielleicht auch bei Behandlung anderer Fragestellungen der Psychiatrie und Neurologie als nützlich erweisen.

Autoreferat

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