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Wisdom, J.O. (1967). DIE PSYCHOANALYTISCHEN THEORIEN ÜBER DIE MELANCHOLIE: ENTWICKLUNGSGESCHICHTE UND VERGLEICH. Jahrb. Psychoanal., 4:102-154.

(1967). Jahrbuch der Psychoanalyse, 4:102-154

DIE PSYCHOANALYTISCHEN THEORIEN ÜBER DIE MELANCHOLIE: ENTWICKLUNGSGESCHICHTE UND VERGLEICH

J. O. Wisdom

1. EINLEITUNG

Die folgende Arbeit stellt den Versuch dar, sowohl die klassische oder Freud-Abrahamsche als auch die Kleinsche Theorie über die psychotische Depression möglichst genau darzustellen. Hierzu wurde es notwendig, zwischen Introjekten, die zur seelischen Innenwelt gehören, und Introjekten, die dem mit einer eigenen Innenwelt konfrontierten Selbst angehören, zu unterscheiden. Es stellt sich dabei heraus, daß die Kleinsche Theorie ihrer Struktur nach mit der klassischen weitgehend identisch ist (abgesehen vom Ziel der Ambivalenz, für das sie eine andere Richtung annimmt), daß sie ihr aber in der Annahme eines primären Narzißmus nicht folgt. Im klassischen Sinne war die Melancholie eine Reaktion auf eine narzißtische Wunde; nachklassisch war sie eine Reaktion auf die depressive Position. Es war deshalb notwendig, auch die Theorie der depressiven Position zu erläutern und weiterzuführen. Dabei stößt man auf die Möglichkeit der Entdeckung weiterer klinischer Erscheinungen, etwa der einer «Kern-Spannung» (nuclear strain) und ferner auf die Frage des dahinterliegenden psychopathologischen Faktors. Es werden mehrere potentielle Faktoren diskutiert, darunter als der wahrscheinlichste die ihr Objekt zerstörende Liebe. Einige der Hypothesen erklären Erscheinungen, die man dem primären Narzißmus zuschreiben könnte; zugleich erklären sie auch den Unterschied in der Auffassung der Ambivalenz, der bei den beiden Theorien besteht.

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