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Juszczak, M. Kallwass, W. Meissner, B. Reinecke, K. Schmidt, M. (2001). Nachruf auf Edeltrud Meistermann (6.4.1906-9.10.1999). Jahrb. Psychoanal., 43:259-266.
  

(2001). Jahrbuch der Psychoanalyse, 43:259-266

In memoriam

Nachruf auf Edeltrud Meistermann (6.4.1906-9.10.1999)

Dipl. Psych. Marian Juszczak, Dr. jur. Dipl. Psych. Wolfgang Kallwass, Dr. jur. Bettina Meissner, Dr. med. Klaus Reinecke und Dr. rer. soc. Dipl. Psych. Manfred Schmidt

Aus der Zeit Anfang bis Mitte der 90er Jahre. Eigentum: Bettina Meissner. Foto: Klaus Siebahn

Edeltrud Meistermann, die „Vorgründerin” der Psychoanalytischen Arbeitsgemeinschaft Köln-Düsseldorf, ist 93 Jahre alt geworden. Sie wurde am 6.4.1906 in Köln geboren und starb dort am 9.10.1999.

Sie war das vierte von fünf Kindern einer Lehrerfamilie. Bei dem dominanten Vater und drei älteren Geschwistern hatte sie es schwer, in der Familie einen Platz zu bekommen und in ihrer persönlichen „Eigenheit” gewürdigt zu werden, ein Begriff, den sie später als Psychoanalytikerin prägte und dessen Verständnis ihr sehr am Herzen lag. Ihre ungewöhnliche Intelligenz wurde vom Vater zwar gesehen, aber nicht gefördert. Mit 16 Jahren mußte sie die Höhere Schule verlassen, obwohl sich die Lehrer für sie einsetzten.

Dem Vater erschien im Inflationsjahr 1922 das Studium einer Tochter, die wie die beiden älteren Schwestern bald heiraten würde, nicht förderungswürdig. Sie trat als Volontärin in eine Firma ein und machte eine kaufmännische Lehre. Ein Jahr später heiratete sie den dort neu eingetretenen 30-jährigen Juristen, einen früheren Berufsoffizier. In drei Jahren bekam sie vier Kinder. Die Ehe entwickelte sich nicht glücklich, so daß sich das Paar 1932 trennte. Ohne Unterhalt von Seiten des Mannes war sie mit 26 Jahren als Mutter von vier kleinen Kindern auf sich allein gestellt. In dieser Situation entschloß sie sich, eine eigene Firma aufzubauen, den Zuckcrhandel „Bingemer-Zucker”. Damit zeigte sie, wie man in Köln sagt, „ein glückliches Händchen”, denn der Zuckerhandel sicherte der Familie in der späteren Kriegs- und Nachkriegszeit die Existenzgrundlage. In ihrem zweiten Mann, Carlo Seeger, fand sie einen Partner, der ihr in diesen schweren Jahren zur Seite stand und den Kindern ein liebevoller Vater war. Doch der Spalt, den der 2.

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