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PEP-Web Tip of the Day

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Ebrecht-Laermann, A. Löchel, E. Nissen, B. Picht, J. (2015). Editorial. Jahrb. Psychoanal., 71:7-10.

(2015). Jahrbuch der Psychoanalyse, 71:7-10

Editorial

Angelika Ebrecht-Laermann, Elfriede Löchel, Bernd Nissen und Johannes Picht

Unsere Sprache ist nicht unsere eigene Sprache; wir erwerben sie als Eingeborene einer Sprach- und Kulturgemeinschaft. Mir ihr übernehmen wir deren Geschichte, deren Traditionen und Leitbilder, deren Art, die Welt wahrzunehmen und sich in ihr zu orientieren, deren Form zu denken, zu erinnern, zu interagieren, Gemeinschaften zu bilden, Konflikte zu bewältigen. Wir haben hier keine Wahl - weil wir, um zu wählen, ja schon eine Sprache haben müssten. Ohne Sprache hätten wir keine Welt; aber welche Welt wir haben, wird von der Sprache entschieden, in der man zu uns spricht. Ihre spezifischen Möglichkeiten werden uns im gleichen Zug vermittelt wie ihre Unmöglichkeiten: das, was wir nicht wahrnehmen, denken, äußern können. Mittels Sprache in eine Gemeinschaft eingeführt werden ist ein Leben und Freiheit spendender, aber auch ein einschränkender Vorgang von fundamentaler Gewalt (vgl. Castoriadis-Aulagnier 1975), ausgeübt - in der Regel - von den Eltern.

Andererseits: meine Sprache ist meine ganz eigene Sprache. Niemand sonst - außer mir - verbindet mit einem sprachlichen Symbol genau dieselben Erinnerungen, Assoziationen, Vorstellungen und Affekte; niemand sonst hat meine Welt. Dasselbe Werkzeug, das mich mit den anderen verbindet, trennt mich auch von ihnen. Jeder kommunikative Akt ist ein Übersetzungsakt: »Verstehen heißt Entziffern. Bedeutung hören heißt Übersetzen« (Steiner 1975, xii; Übers. JP). Jeder Sprechakt muss das Gemeinte von A nach B, von einer Sprache in die andere transportieren; das setzt Triangulierung und Differenz voraus und schafft sie zugleich. Jeder solche Übersetzungsakt ist deshalb ein Akt der Anreicherung, der Modifizierung, der Differenzierung von Sprache; es gibt keinen Sprechakt, der die benutzte Sprache unverändert ließe. Sprechen heißt immer schon Übertragen eines Vergangenen in ein Gegenwärtiges (aber auch: eines Jetzt in ein Nicht-nur-Jetzt). Somit ist meine Sprache stets ein Idiolekt; und sie will es vielleicht auch sein. Sprechen dient nicht nur der Mitteilung, sondern auch dem Verbergen (vgl.

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