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Ebrecht-Laermann, A. (2017). »Ich lüge nie.« - »Ich lüge immer.« Paradoxales Lügen als psychotische Perversion des Denkens und der Objektbeziehungen. Jahrb. Psychoanal., 74:131-152.

(2017). Jahrbuch der Psychoanalyse, 74:131-152

»Ich lüge nie.« - »Ich lüge immer.« Paradoxales Lügen als psychotische Perversion des Denkens und der Objektbeziehungen

Angelika Ebrecht-Laermann

Der Aufsatz thematisiert die paradoxalen Absolutheitsformeln des Lügens: »Ich lüge nie« und »Ich lüge immer«. Die paradoxe Struktur des Lügens wird besonders deutlich bei Patienten, die entweder der Überzeugung sind, nie zu lügen, oder die einem inneren Zwang folgen und sich wie andere stets belügen. Anhand einer kurzen Fallvignette wird dargestellt, wie diese Art des Lügens eine Beziehungsstruktur herstellt, durch die der Betroffene versucht, aus einer inneren Klemme, einer Beziehungsfalle herauszufinden und eine bedrohte Beziehung zu retten. Das gelingt jedoch nur um den Preis eines zerstörerischen Angriffs auf eben diese Beziehung. Wie die Ausrede versucht auch die paradoxale Lüge, sich aus einer emotionalen Bedrängnis herauszureden, nur dass der Lügner, da er sich bereits im Besitz der Wahrheit wähnt, nicht mehr in der Lage ist, sie im Sinne einer dritten Position zu entdecken und damit die Beziehung zum Einsturz bringt. Statt sich also durch das Lügen das erhoffte Mehr an Freiheit zu verschaffen, landet der Lügner in einer psychotischen Situation, die sich aufgrund der Omnipotenz ihres vorgestellten Wahrheitsbesitzes und der dadurch verursachten Spaltung und Trennung vom Objekt als Perversion des Denkens erweist.

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