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Laplanche, J. (1988). Der Strukturalismus vor der Psychoanalyse. Luzifer-Amor, 1(1):106-111.
    

(1988). Luzifer-Amor: Zeitschrift zur Geschichte der Psychoanalyse, 1(1):106-111

Der Strukturalismus vor der Psychoanalyse

Jean Laplanche

Für dieses Seminar1 werde ich eine gewisse Anzahl von Themen zur Diskussion vorschlagen, ohne jedoch zu versuchen, sie systematisch einzuordnen. Ich werde mich gegebenenfalls auf gewisse Schriften von mir beziehen, die in der Zeitschrift Psychanalyse à l'Université veröffentlicht worden sind.

1. Die “Welle“ des Strukturalismus ist schon vor mehr als 20 Jahren über Europa gebrandet. Zunächst ausgehend von der Linguistik, dann von der Ethnologie, hat sie die Psychoanalyse mitgerissen. Gegenwärtig ebbt sie wieder ab. Es ist Zeit, Bilanz zu ziehen — positiv und negativ —, indem man sich auf den Standpunkt der Psychoanalyse und ihrer Eigentümlichkeit stellt.

2. Die strukturalistische Psychoanalyse eines Lacan scheint in den USA gleichbedeutend mit der französischen Psychoanalyse gewesen zu sein. Ist der “French Freud“ ein ausschließlich strukturalistischer Freud?

Der Verantwortliche dieses Seminars, wenn er auch am “French Freud“ teilhat, läßt sich keineswegs in den Strukturalismus einreihen im Sinne wie ihn Lacan versteht, nämlich: “Die Effekte, die die bloße Kombinatorik des Signifikanten in der Realität, wo sie entsteht, bestimmt.“2

3. Das Wort “struktural“ wird im psychoanalytischen Englisch klassischerweise verwendet, um den Teil der Metapsychologie zu bezeichnen, der sich mit der Topik des psychischen Apparates beschäftigt.

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