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Kimmerle, G. (1990). Funktion, Symptom, Symbol: Über den Zusammenhang von Körperlehre, Krankheitsbegriff und Sprachauffassung in Freuds Aphasielehre. Luzifer-Amor, 3(5):53-94.

(1990). Luzifer-Amor: Zeitschrift zur Geschichte der Psychoanalyse, 3(5):53-94

Funktion, Symptom, Symbol: Über den Zusammenhang von Körperlehre, Krankheitsbegriff und Sprachauffassung in Freuds Aphasielehre

Gerd Kimmerle

Gegen die Psychoanalyse ist immer wieder der Vorwurf erhoben worden, sie sei materialistisch, verkenne die höheren Werte des Menschseins und bekunde einen erschreckenden Mangel an Sinn für geistiges Dasein. So schließt Maria Dorer ihre Untersuchungen über die historischen Grundlagen der Psychoanalyse mit dem Urteil ab, die Psychoanalyse sei „positivistisch, materialistisch, naturalistisch“1, Freuds Methode sei „die einer mechanistischen, rationalistischen Psychologie“2 und seine philosophischen Voraussetzungen seien diejenigen des sokratischen Glaubens an die Heilkraft der Erkenntnis.3 Dieses gewiß einseitige Ergebnis bezeugt, wie eine voreingenommene Forschung sich selbst bestätigt. Dorer erliegt einem Zirkelschluß. Sie will nachweisen, was sie schon weiß. Weil sie ihre Nachforschungen im Hinblick auf ein vorausgewußtes Ergebnis anstellt, berücksichtigt sie nur die Traditionslinie, die von Herbart über Fechner und Brücke zu Freud führt, andere Einflüsse, die ihre Mutmaßungen in Frage stellen könnten, bekommt sie gar nicht in den Blick. Dennoch ist ihre Behauptung nicht gänzlich von der Hand zu weisen, hebt sie doch zweifellos einen beherrschenden Zug in Freuds Denken hervor: sein Vertrauen in die Macht der Naturwissenschaft, dem Menschen seine eigene Wirklichkeit aufschließen zu können.

Ludwig Binswanger hat Maria Dorers Untersuchungen durch den Einwand zu entkräften versucht, sie lasse wichtige, psychiatrische Gesichtspunkte außer Acht, die berücksichtigt werden müßten, wenn man Freud verstehen wolle, daher könne sie seine Arbeit nicht sachgerecht würdigen.4 Trotz dieses Vorwurfs schließt sich Binswanger Dorers Urteil über Freud an. Er sieht Freuds Lehre einer klinischen Psychiatrie verbunden, die vom Geist der Biologie durchdrungen ist und deshalb den Menschen zum Naturwesen erklärt, das vollständig mit naturwissenschaftlichen Kategorien erfaßt werden kann.5 Binswanger stellt das biologische Menschenbild Freuds heraus.

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