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Schönmann, D. (1992). Hitler ist Hitler: Anmerkungen zum Versuch, eine schiefe historische Parallele zu ziehen. Luzifer-Amor, 5(9):76-81.

(1992). Luzifer-Amor: Zeitschrift zur Geschichte der Psychoanalyse, 5(9):76-81

Hitler ist Hitler: Anmerkungen zum Versuch, eine schiefe historische Parallele zu ziehen

Daniel Schönmann

1

Verräterisch schon waren die Sprachregelungen in den westlichen Medien vor und während des Kriegs: Da führten Alliierte einen Krieg gegen einen hinterhältigen und verschlagenen Despoten, der sich anschicken wollte, das Werk Hitlers zu vollenden und dem jüdischen Volk in Israel den Holocaust mit Giftgasraketen androhte. Schnell war deshalb die Gleichung gemacht, schnell Saddam Hussein zum Hitler der 90er Jahre stilisiert; und der Kampf der alliierten Armeen konnte deshalb schon zum vornherein höchste moralische Legitimation für sich beanspruchen, jeder Zweifel an der Verhältnismäßigkeit der eingesetzten Mittel verbot sich von selbst. Dennoch sollte man sich heute, ein Jahr nach dem Krieg gegen Hussein, an das Marxsche Bonmot erinnern, daß weltgeschichtliche Tatsachen sich zweimal ereignen würden, das eine Mal als Tragödie, das andere Mal als Farce. Tatsächlich: Hätte der amerikanische Präsident seine eigene Gleichsetzung Husseins mit Hitler wirklich ernst genommen, er wäre moralisch verpflichtet gewesen, alle militärischen Mittel einzusetzen, um diesen arabischen Wiedergänger des Führers endgültig loszuwerden. Alles andere wäre unmoralisch gewesen angesichts der Tatsache, daß die Alliierten durchaus in der Lage gewesen wären, Hussein wegzubomben und in Bagdad einzumarschieren.

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