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Tömmel, S.E. (1992). Anita Eckstaedt: Nationalsozialismus in der „zweiten Generation“. Psychoanalyse von Hörigkeitsverhältnissen. Frankfurt/M. 1989 (Suhrkamp), 515 S., geb., DM 60,-. Luzifer-Amor, 5(9):156-164.

(1992). Luzifer-Amor: Zeitschrift zur Geschichte der Psychoanalyse, 5(9):156-164

Anita Eckstaedt: Nationalsozialismus in der „zweiten Generation“. Psychoanalyse von Hörigkeitsverhältnissen. Frankfurt/M. 1989 (Suhrkamp), 515 S., geb., DM 60,-

Review by:
Sieglinde E. Tömmel

Ein Buch mit dem genannten Titel weckt hohe Erwartungen. Seine bloße Veröffentlichung, die Befassung mit einer tabuierten, verschwiegenen und bisher noch fast unbearbeiteten Thematik läßt Hoffnung aufkeimen, unser schlimmes historisch-politisches Erbe von psychoanalytischer Seite weiter bearbeitet zu finden.

Die Darstellung von Fallmaterial aus Analysen von Täterkindern läßt vermuten, über die feinstrukturelle Aufarbeitung mittels der subtilsten Art und Weise der Annäherung an das Unbewußte, die wir besitzen, des ohne Kupfer legierten Goldes der Psychoanalyse nämlich, wertvolle Aufschlüsse zu erhalten über die Verfaßtheit der Nachkommen der im Nationalsozialismus Tätigen.

Nach Beendigung der immer mühsamer werdenden Lektüre, für deren Aufrechterhaltung wieder und wieder willentlich Motivation aus anderen Quellen als denen der Lektüre selbst bezogen werden mußte, nach dem Studium der gebotenen 500 Seiten also muß gesagt werden, daß die Trauerarbeit wohl noch lange anhalten wird, daß die Arbeit an dem Verborgenen noch Jahrzehnte und länger wird dauern müssen, daß es wohl nicht einfach gelingen kann, auch nicht mittels der Psychoanalyse einiger Fallgeschichten, zu begreifen, was eigentlich vorgefallen ist in den Seelen derer, die den Holocaust zu verantworten haben und was derzeit stattfindet in den Seelen derer, die deren Nachfahren sind.

Aber die bloße Veröffetlichung dieses Buches, das hoffentlich heftige Diskussionen auslösen wird, sensibilisiert zumindest für die Schwere der noch zu erwartenden Arbeit, hier: der Psychoanalytiker und ihrer Aufgabe, das individuell Unbewußte endlich auch auf das gesellschaftlich Unbewußte und umgekehrt zu beziehen.

Um zu zeigen, was Anita Eckstaedt hierzu hat beitragen können und was nicht, muß im folgenden auch ausführlicher auf ihre klinischen Beispiele eingegangen werden.

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