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Schmidbauer, W. (1992). Freud, Leonardo, Michelangelo. Luzifer-Amor, 5(10):84-124.

(1992). Luzifer-Amor: Zeitschrift zur Geschichte der Psychoanalyse, 5(10):84-124

Freud, Leonardo, Michelangelo

Wolfgang Schmidbauer

Die beiden großen und oft als Antagonisten beschriebenen „Universalgenies“ der italienischen Renaissance sind auch die einzigen bildenden Künstler, denen Sigmund Freud eigene Abhandlungen widmete: Leonardo da Vinci und Michelangelo Buonarotti. Die Untersuchung dieser Arbeiten und anderer Äußerungen Freuds zum Verhältnis zwischen Kunst und Wissenschaft, zwischen Archäologie, Geschichte und Psychoanalyse führt zu überraschenden Aufschlüssen. Freuds Beziehung zu Künstlern und zur Kunst war ambivalent. Seinen Aufsatz über den Moses des Michelangelo publizierte er zunächst anonym. In seiner Studie „Eine Kindheitserinnerung des Leonardo da Vinci“ finden sich zahlreiche Fehlleistungen, die auf innere Spannungen des Autors hinweisen. Einen weiteren Ansatzpunkt für Einsichten in das widersprüchliche Verhältnis Freuds zu Leonardo und Michelangelo findet sich in einer Fehlleistung aus dem Jahr 1905, in der er dem „großen Leonardo“ jene Unterscheidung der Künste in solche, die hinzufügen, und solche, die wegnehmen (per via di porre - per via di levare), zuschreibt.

Die Untersuchung solcher Fehlleistungen nehme ich zum Anlaß, das Spannungsfeld zwischen „Kunst“ und „Wissenschaft“ zu demonstrieren, in dem sich Freud seit seiner Abwendung von der Neuropathologie bewegte. Es scheint kein Zufall, daß Freud Leonardo benützte, um sowohl seine eigene Selbstanalyse voranzutreiben, wie auch die Möglichkeiten der analytischen Interpretation an einem Autor zu üben, der ihn in seiner Rolle des einsamen, seiner Zeit vorgreifenden Denkers und Entdeckers fesselte.

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