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Boureau, A. (1993). Der Inzest des Judas: Versuch über die Entstehung des Judenhasses im 12. Jahrhundert. Luzifer-Amor, 6(11):76-94.

(1993). Luzifer-Amor: Zeitschrift zur Geschichte der Psychoanalyse, 6(11):76-94

Der Inzest des Judas: Versuch über die Entstehung des Judenhasses im 12. Jahrhundert

Alain Boureau

„Der König fügte hinzu: ‚Ich sage Euch also, daß niemand, wenn er ein guter Kleriker sein will, mit ihnen diskutieren darf. Die Laien hingegen dürfen das christliche Gebot nur mit dem Schwert verteidigen, das sie bis zum Schaft in den Bauch ihres Gegners stoßen sollen.‘“1

Hier spricht Haß, buchstäblich tiefgreifend. Ein Herrscher grenzt aus, drängt zu sofortigem und brutalem Mord. Wer spricht? Es ist Ludwig der Heilige, der König des Maßes und der Gerichtsbarkeit; er erläßt mündlich Gesetze über die Juden. Joinville lauscht ihm unterwürfig und notiert alles peinlich genau. Das mittelalterliche Haßbrevier, um den Titel von Léon de Poliakov aufzunehmen, könnte problemlos tausend noch radikalere Aussagen liefern, aber die Rede eines so gemäßigten Königs wie Ludwig IX. veranschaulicht den Antisemitismus, der im Abendland im 13. Jahrhundert entsteht. Historiker haben diese Veränderung des christlichen Antijudaismus, der an vielen unheilverkündenden Zeichen festzumachen ist, zur Kenntnis genommen, ohne ihn jedoch zu erklären bzw. indem sie ihn mit zuviel Gründen erklärt haben, was auf dasselbe herauskommt; der Antisemitismus scheint willkürlich und abstrakt (man brauchte einen Sündenbock) oder aber unvermeidlich und allgemein (die Christen haben die Juden immer verfolgt).

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