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Loraux, N. (1993). Iokastes Mal. Luzifer-Amor, 6(11):95-116.

(1993). Luzifer-Amor: Zeitschrift zur Geschichte der Psychoanalyse, 6(11):95-116

Iokastes Mal

Nicole Loraux

Zwei Fragen führen zu Iokaste, zwei Fragen, die mit Ödipus zu tun haben. Die eine Frage wird durch die Dramaturgie der Tragödie nahegelegt, die andere von ihr selbst ausdrücklich gestellt.

Erstere leitet sich für Leser und Zuschauer aus einer Überraschung her, die durchaus auf eine Enttäuschung hinauskommen könnte.1 Warum durchkreuzt Sophokles, nachdem er unzählige Male angekündigt hatte, daß Ödipus’ Los das Exil sein werde, warum durchkreuzt er diese Erwartung in letzter Minute dadurch, daß er dem bläßlichen Kreon die Aufgabe überträgt, dem gestürzten Tyrannen die Schmach zu versagen, nach der er trachtet? Mit anderen Worten: Warum tritt Ödipus den Weg ins Exil gerade nicht am Ende von König Oidipus, sondern irgendwo außerhalb der Tragödie, zwischen eben diesem Ende und dem Beginn von Oidipus auf Kolonos an? Was auf die Frage hinauskommt, warum Ödipus durch die Auflösung der Tragödie nicht - oder noch nicht - zu dem gelangt, was er so sehnlichst zu werden wünscht, der (φαρµακóς, den wir zudem alle - Leser, Interpreten und Zuschauer von heute - so gern in ihm sähen.2 Längst schon hat indessen der Chor der Ältesten Thebens die zweite Frage in aller Dringlichkeit gestellt, und sie gilt Ödipus: warum, angesichts der entsetzlichen Doppelenthüllung, die Blendung und nicht der Selbstmord?

Die Antwort auf diese beiden Fragen - oder zumindest eine Antwort, ist doch Überdeterminierung ein Kennzeichen des tragischen Geschehens - führt nun freilich über Iokaste.

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