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Müller-Hohagen, J. (1995). Gegenübertragung nach 1945 — fragmentarische Annäherungen. Luzifer-Amor, 8(15):109-141.
   

(1995). Luzifer-Amor: Zeitschrift zur Geschichte der Psychoanalyse, 8(15):109-141

Gegenübertragung nach 1945 — fragmentarische Annäherungen

Jürgen Müller-Hohagen

An einem Morgen im besetzten Polen

„Das ausgebrannte Haus steht schwarz auf der anderen Straßenseite, der Gartenpforte gegenüber …

Maria sah von ihrem Buch auf. Ein durchsichtiger Schatten lag auf ihrer Stirn, verdunkelte ihre Augen und schmiegte sich wie ein hauchzarter Schleier an ihre Wangen. Auf dem Tisch, zwischen leeren Flaschen, Tellern mit Salatresten, dunkelroten, bauchigen Gläsern auf hohen, blauen Stielen, glühte eine kleine pilzförmige Tischlampe. Maria umschloß sie mit ihren Händen.

Das helle Licht, das die Konturen der Gegenstände nachzeichnete, ertrank in dem blauen Rauch, der wie eine dichte Nebelschicht unter der Decke hing, brach sich an den schmalen, zerbrechlichen Rändern der Gläser und funkelte in den Kelchen wie goldgelbe Blätter, die im Wind erbeben. Alles Licht schien in Marias behutsam geschlossenen Händen eingefangen, sie leuchteten wie eine kostbare Schale. Nur zwischen den Fingern, dort, wo dunkle Linien die lichte Form zerteilten, pulsierte fast unmerklich das Blut. Das winzige Zimmer versank in ein warmes, trauliches Halbdunkel, kuschelte sich noch mehr zusammen, bis es so klein wurde wie eine Muschel.

‚Schau, es gibt keine Grenze zwischen Licht und Schatten‘, flüsterte Maria. ‚Der Schatten ist wie die Flut. Zuerst berührt er unsere Füße, dann steigt er immer höher, und schließlich gibt es nichts mehr auf der Welt.

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