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Gast, L. (1996). Himmel und Hölle, Paradies und Schreckenskammer: Die Idee der Subjektgenese im phantasmatischen Raum bei Freud und Klein. Luzifer-Amor, 9(17):167-187.

(1996). Luzifer-Amor: Zeitschrift zur Geschichte der Psychoanalyse, 9(17):167-187

Himmel und Hölle, Paradies und Schreckenskammer: Die Idee der Subjektgenese im phantasmatischen Raum bei Freud und Klein

Lilli Gast

Man stelle sich folgendes Szenario vor: Ein zu einem Kinosaal umgebauter Raum mit einer riesigen, möglicherweise 360 Grad rundumlaufenden Leinwand. Die Leinwand verdeckt die dahinterliegenden Fenster und Türen und läßt nur schwaches Licht und gedämpfte Geräusche von draußen hindurch in den Raum dringen. Auf der Leinwand werden Episoden aus Horror- und Liebesfilmen alternierend, zuweilen auch gleichzeitig dargeboten, und zwar von einem technisch überaus versierten Filmvorführer, dem es gelingt, die Wechsel der Filmrollen, will heißen: die Übergänge von einem Genre ins andere, fließend und nahtlos zu bewerkstelligen. Dieser Filmvorführer wiederum erhält seine Anweisungen von einem Regisseur, der für den inhaltlichen Ablauf und für den Schnitt der Szenen verantwortlich und ebenfalls zugegen ist. Im Kinosaal sitzt ein Publikum, das eintaucht in das Geschehen auf der Leinwand und es emotional begleitet, das sich gefangennehmen läßt von der Dramatik, die sich dort abspielt; ein Publikum also, das (mit)haßt, (mit-)liebt, (mit-)fürchtet, (mit-)kämpft und (mit-)leidet, ein Publikum schließlich, das den affektiven Beitrag zuschießt und auf diese Weise unaufhaltsam verschmilzt mit dem Spektakel, dem es als Zeuge, als Mitagierender und als Mitgestaltender zugleich beiwohnt.

Allerdings nimmt das, was auf den ersten Blick als im Grunde gar nicht so unkonventionelles Happening von Experimentalcineasten imponiert, bei näherem Hinsehen eine nachgerade surrealistische Wendung: Der Regisseur, der Filmvorführer, die auf der Leinwand agierenden Schauspieler und auch das Publikum sind ein und dieselbe Person, und der Kinosaal mitsamt der gigantischen, allesumspannenden und allesverhüllenden Leinwand entbehren jeglicher materieller Substanz; sie befinden sich, wenn man so will, im Cyberspace virtueller Realitäten und zwar als schieres ‚Spaltprodukt‘ und Widerschein der Funktionsfacetten jener einen, allesinszenierenden Person.

So oder so ähnlich hätte das dramaturgische Setting der frühen Subjektkonstitution auszusehen, das aus Melanie Kleins Arbeiten herausdestilliert werden kann.

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