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Cremerius, J. (1996). Die Begrenzung der analytischen Selbstaufklärung durch die Ausbildungshierarchie. Luzifer-Amor, 9(18):68-83.

(1996). Luzifer-Amor: Zeitschrift zur Geschichte der Psychoanalyse, 9(18):68-83

Die Begrenzung der analytischen Selbstaufklärung durch die Ausbildungshierarchie

Johannes Cremerius

„Wenn wir die psychoanalytische Ausbildung organisieren, müssen wir sie psychoanalytisch organisieren.“

(Cremerius, 1978)

„Sollte nicht die Psychoanalyse als die Methode, Wahrheit durch Entmystifizierung subjektiver Verschleierung zu gewinnen, einen maßlosen Ehrgeiz zeigen, ihre Prinzipien auf sich selbst als Korporation anzuwenden, sei es auf die Vorstellung, die die Analytiker sich von ihrer Rolle gegenüber Kranken machen, oder von ihrem Ort in der gelehrten Welt, sei es auf ihre Beziehungen zu ihresgleichen oder auf ihre Aufgaben als Lehrende?“

(Lacan, 1975)

Die Maxime der psychoanalytischen Ausbildung heißt Selbstaufklärung. Sie wird in dem Moment eingeengt, in dem sich psychoanalytische Ausbildung organisiert, weil die Interessen der Ausbildungshierarchie andere sind als die Forderungen, die Freud der analytischen Ausbildung gestellt hat. Organisationen wollen die Ideen, zu deren Schutz und Pflege sie einmal gegründet wurden, bewahren. Sie fühlen sich einem Gründungsvater verpflichtet, den sie als Schöpfer der Ideen verehren (vgl. die Satzung der Internationalen Psychoanalytischen Vereinigung (IPV), die dies ausdrücklich festhält). Im Laufe ihrer Geschichte nimmt die Organisation an Macht gegenüber den Maximen zu. Mit Besorgnis registrierte Hanns Sachs bereits 1939: „Es ist offenkundig, daß sich eine Organisation zunehmend konservativ entwickelt und sich auf praktische Ziele und Selbsterhaltungszwecke einstellt“ (1939, S. 462). Schließlich, so das Schicksal aller Organisationen, werden aus religiösen Ideen Kirchen (Martin Luther: „Kirche, die schlimmste Sünderin“), aus politischen Ideen Parteien. Im günstigsten Fall enden sie als bloße Ideen-Konserven.

Organisationen müssen stets bedacht sein, Kontrolle und Aufsicht über die Ideen zu behalten, weil stets die Gefahr besteht, daß sie wieder lebendig werden, plötzlich wieder zünden. Kierkegaard: Das Schlimmste, was einer Familie passieren kann, ist, daß ein Mitglied Christ wird.

Die Gefährlichkeit der Ideen leuchtet in den großen Revolutionen der Weltgeschichte für einen kurzen Augenblick auf - bis sie den Kräften weichen, die die Prinzipien wieder herstellen, die man im Namen der Freiheit glaubte beseitigt zu haben.

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