Customer Service | Help | FAQ | PEP-Easy | Report a Data Error | About
:
Login
Tip: You can access over 100 digitized books…

PEP-Web Tip of the Day

Did you know that currently we have more than 100 digitized books available for you to read? You can find them in the Books Section.

For the complete list of tips, see PEP-Web Tips on the PEP-Web support page.

Henningsen, F. (1996). Vom Dialog zur Institution? Reflexionen über DPV-Kontakte in den Neuen Bundesländern. Luzifer-Amor, 9(18):156-176.

(1996). Luzifer-Amor: Zeitschrift zur Geschichte der Psychoanalyse, 9(18):156-176

Vom Dialog zur Institution? Reflexionen über DPV-Kontakte in den Neuen Bundesländern1

Franziska Henningsen

Schon vor der Wende, besonders aber danach haben Mitglieder der Deutschen Psychoanalytischen Vereinigung (DPV) Kontakte zu Psychotherapeuten in Ostdeutschland aufgenommen. Im folgenden soll darüber nachgedacht und auch die Frage gestellt werden, ob die daraus resultierenden vielfältigen Aktivitäten die Institutionalisierung der Psychoanalyse in den Neuen Bundesländern beeinflußt haben.

Die DPV als Institution

Die DPV hat - wie jede Institution - ihren Gründungsmythos, der für den fachlichen Umgang und das kollegiale Verständnis wichtig ist. In der Psychoanalyse haben wir noch den speziellen Fall, daß Sigmund Freud selbst mit Totem und Tabu (1912-13)2 einen Gründungsmythos entwarf, mit dem er den Ursprung von Institutionen zu erklären suchte. Freud schrieb diesen Essay zu einer Zeit, als die Spannungen mit C. G. Jung ihrem Höhepunkt zustrebten. Damals war die psychoanalytische Bewegung in Gefahr. Dies mag ein wesentliches Motiv gewesen sein, das Freud dazu veranlaßte, grundsätzliche Reflexionen über den Ursprung und die Gefährdung menschlicher Gemeinschaften schlechthin niederzuschreiben. In seiner Wirkung auf die folgenden Generationen kann dieser Aufsatz auch als ein universelles Deutungsmuster verstanden werden. Die Geschichte der Psychoanalyse ist von vielen Spaltungen und manch einer Wiederkehr des Totemismus gekennzeichnet und scheint Freuds Thesen im großen und ganzen zu bestätigen.3

Die Gemeinschaft der Psychoanalytiker war nicht immer erfolgreich, das Erbe Sigmund Freuds in seinem Sinne zu schützen und weiterzuentwickeln. Die deutsche Nazi-Herrschaft und der Holocaust legen dafür Zeugnis ab:4 So setzte 1933 am Berliner „Göring-Institut“ ein Prozeß der „Selbstgleichschaltung“ ein, der darin gipfelte, den jüdischen Mitgliedern den Austritt zu empfehlen. 1936 verließ die damalige Deutsche Psychoanalytische Gesellschaft (DPG) die Internationale Psychoanalytische Vereinigung (IPV). Freuds 80.

[This is a summary or excerpt from the full text of the book or article. The full text of the document is available to subscribers.]

Copyright © 2020, Psychoanalytic Electronic Publishing, ISSN 2472-6982 Customer Service | Help | FAQ | Download PEP Bibliography | Report a Data Error | About

WARNING! This text is printed for personal use. It is copyright to the journal in which it originally appeared. It is illegal to redistribute it in any form.