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Heilmann, H. (1997). Karl Abraham im Grunewald-Echo. Luzifer-Amor, 10(20):159-166.
  

(1997). Luzifer-Amor: Zeitschrift zur Geschichte der Psychoanalyse, 10(20):159-166

Karl Abraham im Grunewald-Echo

H.-D. Heilmann

In der Sondernummer des »Grunewald-Echo. Organ für den Amts- und Gemeindebezirk Grunewald. Bezirksanzeiger für Halensee« findet sich zum 25jährigen Bestehen dieser Zeitung (Nr. 14, v. 30.3.1924, S. 37) ein Artikel Karl Abrahams über das »Berliner Psychoanalytische Institut«.1 Es handelt sich vermutlich um den ersten Aufsatz über dieses Institut außerhalb der Fachpresse; zugleich läßt er die ursprünglichen, sozialen Beweggründe der Gründer dieses Instituts in hellerem Lichte erscheinen. Karl Abraham hatte unter dem Eindruck der Erfahrungen des Ersten Weltkrieges zusammen mit seinen Kollegen Max Eitingon und Emst Simmel dieses Institut in Berlin in der Potsdamer Straße 29 gegründet. Alle drei hatten als Truppenärzte an den verschiedenen Fronten die seelischen Folgen des Kriegserlebnisses auf den deutschen Soldaten studiert und über ihre Erfahrungen auf dem V. Psychoanalytischen Kongreß Ende September 1918 in Budapest berichtet. Dort hatte die auf wissenschaftliche und damit staatliche Anerkennung gespitzte Psychoanalyse ihren knurrenden Todfeinden in der deutschen Psychiatrie einen Achtungserfolg abgezwungen.

Die Erklärung und praktische Auflösung körperlicher Folgen als unbewußte Reaktion auf schreckliche & schreckende Kriegserlebnisse schien der ins Gerede gekommenen und beim Heer verrufenen deutschen ärztlichen Kunst eine erfolgreiche Alternative zum praktizierten Bestrafen, Quälen und zu-Tode-Schocken zu bieten.

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