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Pfohlmann, O. (2008). Hermann Broch: »Frauengeschichten«. Die Briefe an Paul Federn 1939-1949, hg. von Paul Michael Lützeler. Frankfurt a. M. (Suhrkamp) 2007, 215 Seiten. 22,80 Euro.. Luzifer-Amor, 21(41):186-188.
   

(2008). Luzifer-Amor: Zeitschrift zur Geschichte der Psychoanalyse, 21(41):186-188

Hermann Broch: »Frauengeschichten«. Die Briefe an Paul Federn 1939-1949, hg. von Paul Michael Lützeler. Frankfurt a. M. (Suhrkamp) 2007, 215 Seiten. 22,80 Euro.

Review by:
Oliver Pfohlmann

Im amerikanischen Exil träumte Hermann Broch einmal, er befinde sich im Wiener Café Central und spiele mit seinem Analytiker Paul Federn Schach. In aussichtsreicher Stellung erwartet er den Zug seines Gegners. Dieser murmelt aber nur fortwährend: »Warum will er [Broch] seine Dame nutzlos opfern? Das lasse ich nicht zu.« Der österreichische Erzähler und Essayist unterrichtete den Analytiker, bei dem er seit 1943 in unregelmäßiger Behandlung war, brieflich von seinem Traum; er selbst sah in ihm eine »Satire auf die Analyse«. Leider erfolgte Federns Deutung mündlich und ist somit verloren - anders als die Briefe Brochs, die er dem Arzt im amerikanischen Exil zwischen 1939 und 1949 schrieb. Paul Michael Lützeler hat jetzt diese Briefe im Broch-Archiv der Yale University ausgegraben und vorzüglich ediert.

Der frühe Freud-Schüler Paul Federn und der notorisch psychoanalysegläubige Broch kannten sich schon aus Wien. Doch erst im amerikanischen Exil entwickelte sich zwischen den beiden eine Freundschaft, die über das normale Arzt-Patienten-Verhältnis hinausging. Zunächst halfen sie einander, indem sie sich wechselseitig Kontakte vermittelten, auf Publikationsmöglichkeiten hinwiesen und Manuskripte austauschten. Federn schickte seine neuesten Fachartikel, Broch Teile seiner entstehenden Massenwahn-Theorie, die zu seinen Lebzeiten ebenso unpubliziert blieb wie Federns Weltbürger-Buch. Die Bandwurmsätze im Roman Der Tod des Vergil, an dem Broch gerade schrieb, erinnerten Federn respektlos an »Klapperschlangen«. Bald aber wurde der 15 Jahre ältere Analytiker, der wie ein biblischer Patriarch wirkte, für den Autor so etwas wie ein verständnisvoller Beichtvater.

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