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(1932). Kunst, Pädagogik, Psychoanalyse. Psychoanalytische Bewegung, 4(2):191-192.

(1932). Psychoanalytische Bewegung, 4(2):191-192

Kunst, Pädagogik, Psychoanalyse

In der „Königsberger Allgemeinen Zeitung” vom 29. Dez. 1931 schreibt Dr. Fritz Nemitz (Berlin) über „Kunst und Psychoanalyse”. „Kunst und Neurose” — führt er u. a. aus — „Kunst und Pathologie” sind Begriffe, die keineswegs immer zueinander gehören, wie es von Verfälschern und Dilettanten häufig dargestellt wird, die einen Künstler, in dessen Werken sie Spuren von neurotischen Verwicklungen entdecken, dann der Welt als Psychopathen denunzieren… Solche Analysen, die ein Kunstwerk lediglich zu Symptomen seelischer Zustände degradieren, sind auf das entschiedenste abzulehnen… Es wird einmal dahin kommen, daß das Wort pathologisch seine jetzige Bedeutung verliert.”

Der Verfasser schließt seinen Aufsatz mit folgenden Ausführungen, in denen er den Wert der Psychoanalyse für die Pädagogik hervorhebt:

„Von führenden Pädagogenkreisen wird heute immer wieder bewiesen, daß jeder Mensch, bei dem man eine einigermaßen gradlinige Entwicklung zuläßt, die Möglichkeit hat, aus sich heraus etwas zu gestalten, wenn auch das Resultat durchaus kein Kunstwerk zu sein braucht. Aber die unmittelbare Folge jeder schöpferischen Betätigung erzeugt eine Stärkung des Selbstgefühls, die bei manchen neurotischen Erkrankungen oft schon gleichbedeutend mit Gesundung ist.

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