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Bychowski, G. (1932). Marcel Proust als Dichter der psychologischen Analyse. Psychoanalytische Bewegung, 4(4):323-344.

(1932). Psychoanalytische Bewegung, 4(4):323-344

Marcel Proust als Dichter der psychologischen Analyse

Gustav Bychowski

Die Zusammenstellung der beiden Begriffe in der Überschrift würde einen Widerspruch ergeben, wenn dieser Widerspruch nicht durch die Genialität des Künstlers überwunden wäre. Es erweckt den Anschein, als ob der Begriff der Analyse sich nicht mit der Dichtung verträgt, aber gerade der schöpferischen Größe, der wahrhaft künstlerischen Dichtung gelingt es, diese Antinomie zu lösen.

Es ist eine Besonderheit aller Werke von Marcel Proust, daß sich fast auf jeder Seite Analysen finden, die unendlich exakt und zugleich schön sind. Sie entstammen augenscheinlich einer einzigen Quelle, dem Bestreben, die ewigen Werte im Wechsel des seelischen Seins festzuhalten und das Bleibende, die platonische Idee, im unsteten Wandel zu finden. Mit unerschöpflicher Ausdauer und Geduld verfolgt er Liebe, Eifersucht, Sehnsucht und Trennungsschmerz seiner Helden und er frägt sich immer wieder, ob er ihr Leben begriffen, ihre Ideen erfaßt, ob er sie mit dem Netzwerk seiner Analyse aus der Erscheinungen Flucht eingefangen hat.

Die Größe seiner Sendung zeigt sich darin, daß er nie befriedigt ist, immer forscht und sucht, immer erinnert und umformt, immer wieder zu dem gleichen Gefühl zurückkehrt und in die Tiefen derselben Seele sich versenkt. Und endlich verfolgt er nicht nur dasselbe Gefühl bei verschiedenen Menschen, sondern er stöbert es auch in allen Ecken der Seele auf, betrachtet es von verschiedenen Gesichtspunkten aus und in verschiedenen Lagen. Seinem Blick entgeht keine Ähnlichkeit; er läßt sich auch nicht irreführen; durch äußerliche Unterschiede hindurch sieht er den Erlebnisstrom, der im Innern dahinfließt.

Das Seelenleben ist Bewegung an sich, ist ffießendes Schweben. Das ist sicherlich eine der Ursachen, warum man sich erst so spät mit ihm zu beschäftigen anfing und warum man es erst so spät verstehen lernte. Der Fortschritt des menschlichen Denkens ging zunächst in der Richtung der Wissenschaft und der Beherrschung der äußeren Realität. Einen Beweis dafür liefert die ungeheure Entwicklung der Technik.

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