Customer Service | Help | FAQ | PEP-Easy | Report a Data Error | About
:
Login
Tip: You can access over 100 digitized books…

PEP-Web Tip of the Day

Did you know that currently we have more than 100 digitized books available for you to read? You can find them in the Books Section.

For the complete list of tips, see PEP-Web Tips on the PEP-Web support page.

Storfer, A.J. (1932). Etwas erinnern — An etwas vergessen. Psychoanalytische Bewegung, 4(4):364-369.

(1932). Psychoanalytische Bewegung, 4(4):364-369

Etwas erinnern — An etwas vergessen

A. J. Storfer

Der sprachliche Ausdruck „vergessen” ist ungenügend, weil er die verschiedenen Arten des Vergessens nicht unterscheiden läßt und weil er einen negativen Charakter trägt… Auch das Verbrennen des Holzscheits ist dem srpachlichen Ausdruck nach eine Negation, wir wissen aber seit 100 Jahren, daß das Verbrennen ein sehr positiver Vorgang ist, an welchem sich die Erhaltung der Energie am allerbesten nachweisen läßt. (Fritz Mauthner, Kritik der Sprache, 2. Aufl. II. 532)

Das Erinnerungserlebnis ist ein Jetzt-Erlebnis mit einem Damals-Zeichen. (Hans Driesch, Wissen und Denken, 35.)

Den Lesern Sigmund Freuds fällt die transitive Verwendung des Zeitworts „erinnern” auf. Die unübliche transitive Verwendung. Denn auch der sonstige allgemeine Sprachgebrauch kennt außer der reflexiven Form (sich erinnern) eine transitive (andere erinnern). Bei dieser allgemein üblichen transitiven Verwendung ist das Objekt die Person, die sich erinnern soll, bei dem auffallend-transitiven Zeitwort Freuds ist das Objekt jedoch der Gedächtnisinhalt selbst. Bei Freud kommt also neben: „er erinnert sich an seinen Jugendstreich” und neben „er erinnert seine Kameraden an seinen Jugendstreich” auch vor: „er erinnert seinen Jugendstreich”. In psychoanalytischen Kreisen ist stets angenommen worden, daß Freud hier — aus guten Gründen — sprachschöpferisch vorgegangen war, und Freuds Beispiel hat in der psychoanalytischen Literatur Schule gemacht: man liest wiederholt, der Patient habe dies oder jenes erinnert. Walter Muschg, der Freuds Stil einer besonderen Untersuchung unterzogen hat („Freud als Schriftsteller”, „Psychoanalytische Bewegung”, II, 1930, S. 467 ff.), erwähnt auch das transitive „Erinnern”.

[This is a summary or excerpt from the full text of the book or article. The full text of the document is available to subscribers.]

Copyright © 2019, Psychoanalytic Electronic Publishing, ISSN 2472-6982 Customer Service | Help | FAQ | Download PEP Bibliography | Report a Data Error | About

WARNING! This text is printed for personal use. It is copyright to the journal in which it originally appeared. It is illegal to redistribute it in any form.