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Sachs, H. (1932). Kitsch. Psychoanalytische Bewegung, 4(5):455-461.

(1932). Psychoanalytische Bewegung, 4(5):455-461

Kitsch

Hanns Sachs

Den Bemühungen der Psychoanalyse um die Lösung ästhetischer Probleme wird mit einer an Monotonie grenzenden Beharrlichkeit der Einwand entgegengesetzt, das alles sei zwar interessant, anregend und sogar fruchtbar, aber letzten Endes doch hoffnungslos, denn die Ästhetik sei wertsetzend, während die Psychoanalyse als reine Naturwissenschaft auf alles Werten von vornherein verzichten müsse. Diese Behauptung ist richtig, der von ihr abgeleitete Einwand falsch. Eher sollte man aus den erfolgreichen Leistungen der Psychoanalyse wie z. B. aus Freuds „Der Witz und seine Beziehung zum Unbewußten” den Schluß ziehen, auch die Ästhetik habe ein Gebiet, wo sie nicht wertet, sondern festzustellen sucht, nach welchen Gesetzen die seelischen Reaktionen, welche den ästhetischen Wertungen unterworfen werden, entstehen und ablaufen. Auch sollte man bei Wahrung der wertenden Würde der Ästhetik nicht vergessen, wie sehr alle ihre Werturteile bisher versagt haben. Die weisesten Systeme verstummen auf ihrem Richterstuhle, sobald eine ungewohnte Erscheinung vor sie hintritt — ein originelles Werk, eine neue Richtung oder gar eine neue Kunstgattung, wie der Film. Über das Nestroy'sche: „Ja, wenn das schön ist, das ist freilich schön!” sind wir noch nicht sehr weit hinausgekommen.

Solange es geschlossene Kulturkreise gab und soweit es sie noch gibt, war oder ist es ganz müßig, Werturteile aus einer Theorie abzuleiten.

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