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Multaretuli (1932). Goethe über die Psychoanalyse: (Bericht Eckermanns über ein Gespräch mit Goethe, den 22. März 1932). Psychoanalytische Bewegung, 4(6):498-504.

(1932). Psychoanalytische Bewegung, 4(6):498-504

Goethe über die Psychoanalyse: (Bericht Eckermanns über ein Gespräch mit Goethe, den 22. März 1932)

Multaretuli

Schluß

Es war eine Pause eingetreten, während welcher Goethe auf- und abging. Als er anhielt, warf ich ein, daß sich Gegner gefunden hätten, und man Freud vorgeworfen habe, daß er sich so reichlich mit der Sexualität beschäftigt habe. Goethe aber gestand, daß er gerade dies anerkennen müsse.

„Freud hat zielbewußt intensiv fortgearbeitet, wo andere die Untersuchung fahren lassen und suchen, sie andern verdächtig zu machen… Ward man doch auch des Sexualsystems, das im höhern Sinne genommen, so großen Wert hat, überdrüssig und wollte es verbannt wissen.”

Ich glaubte Goethes Zustimmung erwarten zu dürfen, als ich kritisch auf die Arbeiten von Schülern Freuds hinwies, die sich mit seinem Liebesleben so ausführlich beschäftigten. Er aber schien gar nicht dagegen eingenommen, ließ eine Mappe mit Kupfern und Zeichnungen aus dem Nebenzimmer herbeibringen und legte mir ein Bild aus dem „Simplizissimus” vor, das erschienen war, nachdem Freud den Goethe-Preis der Stadt Frankfurt erhalten hatte. Goethe lächelte über die launige Darstellung und lobte die Mäßigkeit des Künstlers, der an die Karikatur nur heran-, aber nicht wirklich hineingegangen war.

„,Ich gönne Ihnen meinen Preis von Herzen, lieber Freud’, steht unter dem Bilde von Wilhelm Schulz, und so tue ich es auch von Herzen. Aber was dann weiter dort steht: ‚Nun sorgen Sie auch dafür, daß Ihre Schüler sich etwas weniger mit meinen erotischen Komplexen beschäftigen’ — das zu verlangen, liegt mir ganz fern. Wer wollte eine Naturuntersuchung mit dem Banne belegen?! Daß die Universitätsprofessoren, nachdem das Bessere gefunden, noch im Irrtum fortgehen und die alte Lehre vortragen, ist nicht zu verwundern, denn sie verdanken ihm ihre Existenz — es war mit meiner Farbenlehre geradeso. Sie müßten umlernen, und das wäre eine sehr unbequeme Sache.

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