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Corti, W.R. (1952). ZWANZIG JAHRE ERANOS-TAGUNGEN IN MOSCIA-ASCONA (SCHWEIZ). Psyche – Z Psychoanal., 6(2):155-160.

(1952). Psyche – Zeitschrift für Psychoanalyse, 6(2):155-160

MITTEILUNGEN

ZWANZIG JAHRE ERANOS-TAGUNGEN IN MOSCIA-ASCONA (SCHWEIZ)

Walter Robert Corti

Auf der Höhe seines Lebens erwarb sich Platon den Hain des Heros Akademos nahe Athen und gründete dort seine Philosophengenossenschaft. Damit entrückte er das sokratische Marktgespräch dem Zufall der Begegnungen und gab dem Gehalt und der Gestalt seiner Lehre und seines Lehrens jene rechtlich konkrete Form einer freien Paideia, die auch seinen Tod überdauern konnte. Platon starb 347 v. Chr. im 81. Lebensjahre, die Akademie selbst wurde 529 durch Justinian aufgelöst, aber ihr Bild ging unverlierbar schöpferisch durch die Zeiten, als der „höchsten Form und dem ewigen Vorbild aller Kultur-, Erziehungs- und Lebensgemeinschaft, dem Inbegriffe jeder Gemeinschaft sich verständigender Menschen“ überhaupt (Julius Stenzel). Sie hat nicht nur den geistigen Bau der abendländischen Universitäten beeinflußt und ist immer deren innerster Kern geblieben, sie hat etwa in der Renaissance Nachahmungen gefunden, der Traum einer Republik der Gelehrten wirkt in der Vision der Abtei Thélèm des Rabelais nach und er gehört zum Besten der heimlichen Sehnsucht auch unserer Zeit. Wir bauen keine Kathedralen mehr, aber alles reift auf die Stunden zu, wo der Neubau der platonischen Akademie unter gesamtmenschheitlichem Aspekt und mit den leidvollen Erfahrungen unserer Geschichte in einer neuen Synthese wieder in Angriff genommen wird. Mit zu den Voraussetzungen dieser Planung gehört wohl auch eine kulturgeschichtliche Überschau all der konkreten und visionären Auswirkungen der platonischen Gründung; wunderlich genug, daß eine solche, die einigermaßen befriedigen könnte, bisher noch fehlt.

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