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Adorno, T.W. (1953). Loewenstein, Rodolphe: Psychanalyse de l'Antisémitisme. Paris, Presses Universitaires de France, 1952. 150 Seiten, Preis frs. 500.—.. Psyche – Z Psychoanal., 7(4):44-45.
   

(1953). Psyche – Zeitschrift für Psychoanalyse, 7(4):44-45

Loewenstein, Rodolphe: Psychanalyse de l'Antisémitisme. Paris, Presses Universitaires de France, 1952. 150 Seiten, Preis frs. 500.—.

Review by:
Th. W. Adorno

Das Buch versteht sich als eine unmittelbar dem Gegenstand zugewandte, psychoanalytisch orientierte, aber zugleich sozialpsychologische und historische Aspekte einbegreifende Deutung des Antisemitismus. Trotz seines knappen Umfangs jedoch erweist es sich in Wahrheit als eine Art Kompendium der Forschungen über das Rassevorurteil. Daran hat es bis heute in Europa gefehlt. Zumal in Deutschland, wo man sich zwar zutraut, die Psychoanalyse zu überwinden, wo es aber zugleich nach wie vor an der Kenntnis der Freudschen Theorie mangelt, würde das Loewensteinsche Buch eine erhebliche Funktion erfüllen. Es kann nur gewünscht werden, daß es bald seinen Übersetzer finde.

An spezifisch neuen Einsichten scheint nicht viel gewonnen. Doch ist daraus dem Autor kaum ein Vorwurf zu machen. Nachdem die Theorie einmal die einigermaßen starre und beschränkte Ontologie des Antisemitismus auskristallisiert hat, bleibt ihr kaum Entscheidendes hinzuzufügen: psychische Verarmung, Immergleichheit, Enge des Bewußtseins gehören selber zum antisemitischen Syndrom. Fast täte die Bemühung um reicheres „Verständnis“ dem Gegenstand zuviel Ehre an. Durchwegs jedoch belegt der Autor die Theorie mit Beobachtungen aus der spezifischen klinischen Erfahrung, die einleuchten.

Merkwürdig nur, daß bei einem Buch solchen Charakters das verarbeitete Material erhebliche Lücken aufweist.

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