Customer Service | Help | FAQ | PEP-Easy | Report a Data Error | About
:
Login
Tip: To limit search results by article type…

PEP-Web Tip of the Day

Looking for an Abstract? Article? Review? Commentary? You can choose the type of document to be displayed in your search results by using the Type feature of the Search Section.

For the complete list of tips, see PEP-Web Tips on the PEP-Web support page.

Hofstätter, P.R. (1953). PSYCHOTHERAPIE UND DIE THEORIE DER LERNVORGÄNGE. Psyche – Z Psychoanal., 7(6):321-341.

(1953). Psyche – Zeitschrift für Psychoanalyse, 7(6):321-341

PSYCHOTHERAPIE UND DIE THEORIE DER LERNVORGÄNGE

Peter R. Hofstätter

Wo immer die wissenschaftliche Arbeit in Neuland vorstößt, beobachten wir zwei Phasen. In der ersten Phase pflegt ein den Phänomenen des neuen Gebietes angepaßtes neues Begriffssystem — sozusagen ad hoc — geschaffen zu werden. In der zweiten Phase geht es um die Herstellung der Querverbindungen zwischen diesem neuen System und den allgemeineren Prinzipien der betreffenden Disziplin. Die Bemühungen um die Erfassung des Geschehens in Neurose und Psychotherapie stehen im Augenblick sichtlich an der Schwelle zwischen diesen beiden Phasen. Was Freud und seine Schüler zwischen 1890 und 1920 in der mit einiger Geringschätzung als „akademisch“ bezeichneten Psychologie der Jahrhundertwende vorfanden, schien ihnen zur Bewältigung der sie beschäftigenden Erscheinungen kaum geeignet. Die erste Generation hat daher neue Begriffe geschaffen und deren Systematik zu ergründen versucht. Indem sie allerdings den Geltungsbereich dieser Begriffe mit erheblicher Kühnheit auch auf Phänomene ausweitete, die im Alltagssinn nichts mit Neurose und Therapie zu tun haben, erreichte sie die Schwelle, an der wir heute stehen. Damit fiel die auf jeden Fall recht unbestimmte Grenzziehung zwischen „Normalen“ (als Gegenständen der allgemeinen Psychologie) und „Neurotikern“ (als Gegenständen der Tiefenpsychologie). Es fragt sich nunmehr aber allen Ernstes, ob nicht der damit angebahnte Weg in entgegengesetzter Richtung zu beschreiten sei; soll heißen, ob nicht die Phänomene der Neurose und der Therapie mit dem Begriffssystem der allgemeinen Psychologie bewältigt werden können. Die sog. akademische Psychologie befindet sich dazu heute in einer, wie mir scheint, günstigeren Lage als vor dreißig Jahren, weil sie durch das anfänglich als ein „Ärgernis“ interpretierte Auftreten Freuds einen höchst wirksamen Ansporn erhalten hat. Diese Tatsache sei dankbar anerkannt.

[This is a summary or excerpt from the full text of the book or article. The full text of the document is available to subscribers.]

Copyright © 2020, Psychoanalytic Electronic Publishing, ISSN 2472-6982 Customer Service | Help | FAQ | Download PEP Bibliography | Report a Data Error | About

WARNING! This text is printed for personal use. It is copyright to the journal in which it originally appeared. It is illegal to redistribute it in any form.