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von Kries (1955). Steinbüchel, Theodor: Die Abstammung des Menschen. Theorie und Theologie. Mit einem Nachwort von Hans André. Frankfurt a. Main (Josef Knecht) 1952. 184 Seiten. DM 7,80.. Psyche – Z Psychoanal., 9(4):777-779.

(1955). Psyche – Zeitschrift für Psychoanalyse, 9(4):777-779

Steinbüchel, Theodor: Die Abstammung des Menschen. Theorie und Theologie. Mit einem Nachwort von Hans André. Frankfurt a. Main (Josef Knecht) 1952. 184 Seiten. DM 7,80.

Review by:
  von Kries

Das zentrale Anliegen dieser sehr übersichtlich und klar formulierten Abhandlung des verstorbenen Theologen und Philosophen ist die Gegenüberstellung von biblischer Offenbarung über den Ursprung des Menschen und naturwissenschaftlicher Entwicklungslehre. Verf. schildert eingangs die historische Entwicklung der Abstammungslehre, sodann die grundsätzliche Stellung der heutigen Naturwissenschaft hierzu. Während Lamarcks Postulat der Vererbung erworbener Eigenschaften und seine Meinung, daß Organe sich aus bloßem Bedürfnis und unabhängig von einem den ganzen Organismus bestimmenden Bauplan entwickeln, längst preisgegeben sind, ist die Lehre von der Abstammung des Menschen aus vormenschlich-tierischem Bereich — seit Haeckel bekannt als „klassische Abstammungslehre“ — erst durch die „organische Ganzheitslehre“ der modernen Biologie erschüttert worden. Diese Abstammungslehre geht auf Darwins Prinzip des „Kampfes ums Dasein“ zurück, auf die „Entstehung der Arten durch natürliche Zuchtwahl“, in der die den Lebensbedingungen der Umwelt am besten angepaßten Lebewesen erhalten bleiben. Außer dem Postulat der Abstammung des Höheren aus dem Niederen, des Geeigneteren aus dem Ungeeigneteren, kennt Darwin dann noch eine sprunghafte Entwicklung, später erbbiologisch gedeutet als „Mutationen“, das heißt plötzliche, aus Vorhergehendem kausalgesetzlich nicht ableitbare Veränderungen in der Erbmasse.

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