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Kellner (1955). Rosenstock-Huessy: Der unbezahlbare Mensch. Mit einem Vorwort von Walter Dirks, aus dem Englischen übertragen von Gertie Siemsen. Berlin (Käthe Vogt Verlag) 1955. 199 Seiten.. Psyche – Z Psychoanal., 9(8):869-870.

(1955). Psyche – Zeitschrift für Psychoanalyse, 9(8):869-870

Rosenstock-Huessy: Der unbezahlbare Mensch. Mit einem Vorwort von Walter Dirks, aus dem Englischen übertragen von Gertie Siemsen. Berlin (Käthe Vogt Verlag) 1955. 199 Seiten.

Review by:
  Kellner

„Der Mensch, ein Geheimnis, eine weltoffene Beziehung“, bildet den Gegenstand eines neuen Denkens in der Industrie, mit dem der Verfasser seine Leser nicht minder wie seine Freunde und Widersacher überrascht. Seine Bezeichnungen für psychologische Tatbestände fügen sich nicht ohne weiteres in die Begriffssysteme üblichen Denkens, aber sie bewirken eine Vertiefung der Einsicht und eine Erweiterung des Horizontes, wie sie selten zu finden sind. Staat und Gesellschaft, Individuum und Gemeinschaft, Kapital und Arbeit, Arbeitgeber und Arbeitnehmer, Betrieb und Unternehmer, Kirche, Geist und Seele werden einer Durchleuchtung unterzogen, die zu einer Wandlung unseres Weltbildes führen müßte, wenn unser Denken nicht an feste Geleise zu stark gebunden wäre. Ein erfahrener Sozialpolitiker und sozialer Volksbildner von hohem Ruf richtet seinen Appell an die „Generäle“ der Industrie, an das Unternehmertum und dessen Mitarbeiter, und dies in aufrüttelnder Darlegung der Folgen eines falschen Denkansatzes in der Einschätzung menschlicher Arbeitskraft im Raum der Technik. Sein Widerspruch bezweckt, dem Bewußtsein der Zeitgenossen die Einsicht in den Sinneszusammenhang von Raum und Zeit, von singularer, dualer, pluraler und kollektiver Struktur des unbekannten Wesens Mensch eindringlich darzustellen, um auf die Konsequenzen, die sich daraus für Ehe, Arbeit, Staat, für Wirtschaft und Industrie ergeben, hinzuführen.

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