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de Boor, C. (1956). Nijinskij, Waslaw: Der Clown Gottes, Tagebuch des Waslaw Nijinskij. Stuttgart (Ernst Klett) 1955. 184 Seiten, Leinen 11,50 DM.. Psyche – Z Psychoanal., 10(8):905.
    

(1956). Psyche – Zeitschrift für Psychoanalyse, 10(8):905

Nijinskij, Waslaw: Der Clown Gottes, Tagebuch des Waslaw Nijinskij. Stuttgart (Ernst Klett) 1955. 184 Seiten, Leinen 11,50 DM.

Review by:
Cl. de Boor

Das Jahr 1919 Wurde zur Schicksals-wende im Leben des damals 29jährigen russischen Tänzers, dessen Genialität ihn in unvergleichlichem Aufstieg vielleicht schon zu früh auf die höchsten Gipfel künstlerischen Ruhmes emporriß. In der Zeit, als sich die ersten Zeichen seiner Schizophrenie bemerkbar machen, zwingt ihn ein Bedürfnis, in Tagebuchaufzeichnungen seinem Erleben Ausdruck zu geben. Im Zwielicht seines beginnenden Ichverlustes läßt er den Leser teilnehmen an der Dynamik seíner Eigen- und Welterfahrung. Von jung auf von einer Angst vor dem Leben verfolgt, für das er sich nicht ausgerüstet fühlt, erfüllt von einem leidenschaft-lichen Bedürfnis geliebt zu werden, steht er innerlich schutz- und verständnislos dem traumatisierenden äußeren Welt-geschehen gegenüber, aber auch den ihm untragbar erscheinenden menschlichen Belastungen. Man ist versucht zu sagen, er flieht zunächst in die Einsamkeit der künstlerischen Produktivität — aber diese gibt keinen Halt; im Gegenteil, das Aufeinanderstoßen unvereinbaren Erlebens scheint seine Labilität aufs äußerste zu steigern, bis die Psychose alle Spannung löst: Er ist Gott, er ist aber auch der Clown Gottes, der die Menschheit tanzend und mit seiner Liebe, die für ihn dem Clown ureigen sein muß, erlösen will — die groteske Nachbarschaft der Banalität stört ihn nicht mehr.

Wer über sein Erleben des Tanzens etwas zu erfahren hoffte, wird enttäuscht; aber für die Erarbeitung der Psychodynamik des schizophrenen Krankheits-prozesses geben die von Nijinskij niedergelegten Notizen aufschlußreiche Hinweise.

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