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Munder, G. (1959). Strotzka, Hans: Sozialpsychiatrische Untersuchungen. Beiträge zu einer soziatrie. Wien (Springer-Verlag) 1958, 114 Seiten, 12,—DM.. Psyche – Z Psychoanal., 13(4):765-765.

(1959). Psyche – Zeitschrift für Psychoanalyse, 13(4):765-765

Strotzka, Hans: Sozialpsychiatrische Untersuchungen. Beiträge zu einer soziatrie. Wien (Springer-Verlag) 1958, 114 Seiten, 12,—DM.

Review by:
G. Munder

Verf. behandelt, gestützt auf eigene Untersuchungen, konkrete sozialpsychiatrische Aufgaben (Kapitel II) und referiert “sozialpsychiatrische Arbeiten von anderer Seite” (Kapitel III).

Er erörtert zunächst die Frage, wie Psychotherapie in größerem Maße im Rahmen der Sozialversicherung durchgeführt werden kann. Auf Grund einer statistischen Untersuchung von 500 Patienten seines Psychotherapie-Ambulatoriums faßt er als Ergebnis zusammen, daß psychotherapeutische Betreuung im Bereich der Sozialversicherung prinzipiell möglich ist und daß hierbei “Kurzmethoden”, aber auch “große” Therapien, sowie Gruppentherapien Anwendung finden sollten.

Am Beispiel der Epilepsie bei Kindern und Jugendlichen wird dann nachgewiesen, daß psychodynamische reaktionen von Gruppen,wie der Familie des Patienten, einen starken Einfluß auf das Krankhaitsgeschehen haben.

Im weiteren berichtet der Autor von den Aufgaben der Sozialpsychiatrie bei der Stadt- und Landesplanung, nimmt aus sozialpsychiatrischer Sicht zum Problem des Straßenverkehrs Stellung, weist an Hand eines umfangreichen Krankengutes den pathoplastischen Einfluß einer Extremsituation (Kriegsgefangeschaft) nach undvermittelt im Anschluß hieran einen Eindruck von der psychohygienischen Betreuung der ungarischen Flüchtlinge in Österreich. Neben einigen Sonderfragen der Früherziehung befaßt sich der Autor Schließlich mit einer Definition der Begriffe “Sozialpsychiatrie” und “Soziatie”.

Es beibt zu sagen, daß diess lesenswerte Buch nicht nur deshalb besonderes Interesse verdient, weil der Verf. aus eigener, praktischer Erfahrung sprechen kann, sondern weil er auch bei seiner sozialpsychiatrischen Arbeit weitgehend psychoanalytische Erkenntnisse berücksichtigte.

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