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Engel, S.W. (1960). Ohm, A.: Haltungsstile Lebenslänglicher. Kriminologische Untersuchungen im Zuchthaus. Berlin (W. de Gruyter) 1959, 161 Seiten, 18,— DM.. Psyche – Z Psychoanal., 14(4):777-778.

(1960). Psyche – Zeitschrift für Psychoanalyse, 14(4):777-778

Ohm, A.: Haltungsstile Lebenslänglicher. Kriminologische Untersuchungen im Zuchthaus. Berlin (W. de Gruyter) 1959, 161 Seiten, 18,— DM.

Review by:
S. W. Engel

An Hand von 46 männlichen und 11 weiblichen „Lebenslänglichen“, deren Lebens- und Tatverläufe skeletthaft, fast schemenhaft geschildert werden, die ganz nur „Fall” bleiben, beschreibt der Verf., da weder eine Konstitutions- noch eine Psychopathentypologie zureichend erscheine, zwei Haltungsstile mit ihren verschiedenen Varianten. Bei seinen Explorationen in den Gefängnissen von Moabit und Lichterfelde (Berlin) hat Verf. sie als die am meisten typischen vorgefunden: die positiv aktive Auseinandersetzung und den negativen Haltungsstil. Zu der ersten Form zählen 14 Fälle. Aber eigentlich kann man dies Etikett nur den beiden ersten Häftlingen voll zubilligen, die zu echter Einsicht, Schuldgefühl und positiver Haltung durchdringen, während bei den anderen meist nur die bisherige Leitlinie beibehalten oder verschärft oder nur die Gegenwart abgeschaltet wird. Der Hauptteil der Fälle bleibt im Negativen stecken, das teils zur sthenischen Versteifung oder zur erhöhten Passivität führt. Bei den restlichen 11 Fällen fehlt jede Leitlinie. Ähnliehe Verhältnisse finden sich bei den weiblichen Häftlingen. Am wichtigsten scheint, daß unter allen Fällen sich nur ein einziger (weiblicher) mit echtem Sühnebedürfnis findet: „Mir geht es nicht gut, weil es mir zu gut geht“. Als wesentliche Prägungskraft gilt neben den mehr physiologischen Faktoren wie Konstitution, Intelligenz und Alter die Stellungnahme zu Tat und Urteil. Die kriminologischen Untersuchungen, die für sich stehen, zeigen, daß beispielsweise unter den Konstitutionstypen fast sechsmal mehr Pykniker zu finden waren als bisher und des weiteren eine hohe Zahl von Nichtvorbestraften. Unter den Umwelteinflüssen wird das Demoralisierende des Krieges und die besondere Nachkriegssituation von Berlin als wesentlichster Punkt hervorgehoben. Die Tatmotive sind vornehmlich materieller Art, aber auch Geltungssucht und Machtrausch spielen eine gewisse Rolle.

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