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Biermann, G. (1960). Scholl, Robert: Das Gewissen des Kindes. Seine Entwicklung und Formung in normalen und unvollständigen Familien. Stuttgart (Hippokrates Verlag) 1956. 159 Seiten, 12,75 DM.. Psyche – Z Psychoanal., 14(8):868.

(1960). Psyche – Zeitschrift für Psychoanalyse, 14(8):868

Scholl, Robert: Das Gewissen des Kindes. Seine Entwicklung und Formung in normalen und unvollständigen Familien. Stuttgart (Hippokrates Verlag) 1956. 159 Seiten, 12,75 DM.

Review by:
Gerd Biermann

Verfasser berichtet unter bewußter Beschränkung auf den psychologischen Aspekt, auf Grund sorgfältiger Beobachtungen seiner drei eigenen Kinder sowie der Erfahrungen einer fast dreißigjährigen Praxis als Erziehungsberater über Ursprung und Entwicklung des kindlichen Gewissens.

Aus pragmatischen Konflikten, die sich beim Übergang vom Lust- zum Realitätsprinzip zwischen Mutter und Kind ergeben, resultieren erste Verhaltensstörungen des Kindes. Das Bedürfnis nach Wiederherstellung der Harmonie zwischen Mutter und Kind fördert erste Ansätze der Gewissensbildung, wobei sich diese in den ersten Jahren ganz nach den Normen elterlicher Vorbilder richtet. Verfasser sieht den überwiegenden Einfluß der Bildung des Gewissens, welches erst mit drei Jahren funktionsfähig wird, im Verhalten der Umwelt zum Kinde, das heißt einer Formung seiner Wertmaßstäbe durch die Gesellschaft. Der individuelle „Stil“ des Gewissens, das heißt seine persönlichste Ausprägung (Sensibilität und Schwingungsdauer) sind aber wohl wesentlich anlagebedingt.

Als Beweis für die entscheidenden Milieueinflüsse, speziell in einer früh gestörten Mutter—Kind-Beziehung, führt Verfasser die Gewissenlosigkeit bzw. -armut von Heimkindern mit schweren Hospitalismuserscheinungen an. Er weist in diesem Zusammenhang auf die soziologischen und pädagogischen Forderungen in der Psychohygiene gestörter, insbesondere unvollständiger Familien hin. Wir vermissen eine Stellungnahme des Verfassers zu den richtungweisenden psychoanalytischen Arbeiten, speziell Zulligers, zu diesem Thema. Wenn Verfasser auch im Ganzen dessen Thesen der Bedeutung frühkindlicher Frustrationen für die Hemmung der Gewissensbildung bestätigt, so wäre doch über die weitere Entwicklung, Differenzierung und Handhabung des Gewissens, einschließlich der vielfältigen Abwehrmechanismen, wesentlich mehr zu sagen.

Gerd

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