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Mahler, M.S. (1961). ENTDIFFERENZIERUNG DER WAHRNEHMUNG UND PSYCHOTISCHE “OBJEKTBEZIEHUNG”. Psyche – Z Psychoanal., 15(5):298-305.
    

(1961). Psyche – Zeitschrift für Psychoanalyse, 15(5):298-305

ENTDIFFERENZIERUNG DER WAHRNEHMUNG UND PSYCHOTISCHE “OBJEKTBEZIEHUNG”

Margaret Schoenberger Mahler

Translated by:
Käte Hügel

Wenn wir von der Objektbeziehung des Psychotikers oder von psychotischen Objektbeziehungen sprechen, müssen wir den ursprünglichen psychoanalytischen Begriff der Objektbeziehung neu fassen und erheblich erweitern. Im ursprünglichen Freudschen Sinne bedeutet Objektbeziehung, daß ein Mensch einen anderen Menschen libidinös besetzt. In diesem Sinn ist die Objektbeziehung das zuverlässigste Kriterium für seelische Gesundheit einerseits und therapeutische Behandelbarkeit andererseits. Den Gegensatz zu Objektbeziehungen bilden in unserem Sprachgebrauch Beziehungen narzißtischer Art.

Die Objektbeziehung differenziert sich aus der normalen Mutter-Kind-Einheit heraus, die man als symbiotische Phase bezeichnen könnte (23, 31).

Die Entwicklungsphasen der Objektbeziehung wurden von zahlreichen Autoren beschrieben, von denen hier nur einige wenige genannt werden können: Anna Freud (6) unterscheidet eine frühere Phase des “bedürfnisbefriedigenden Objekts” von einer späteren, in welcher die objekt-libidinöse Besetzung der Mutter — als ganzer Person — von der Befriedigung der Triebbedürfnisse unabhängig wird, ganz spezifisch wird und zu Gegenseitigkeit und Dauer führt; Hartmann (16) spricht von “Objekt-Konstanz”.

Parallel zur Entwicklung der Objektbeziehung läuft die Herausdifferenzierung eines Objekts und eines Selbst (19).

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