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Kunz, H. (1962). Kainz, Friedrich: Die “Sprache” der Tiere. Tatsachen — Problemschau — Theorie. Stuttgart (Ferdinand Enke Verlag) 1961, VIII, 322 Seiten, 26,— bzw. 29,50 DM.. Psyche – Z Psychoanal., 16(4):792-796.

(1962). Psyche – Zeitschrift für Psychoanalyse, 16(4):792-796

Kainz, Friedrich: Die “Sprache” der Tiere. Tatsachen — Problemschau — Theorie. Stuttgart (Ferdinand Enke Verlag) 1961, VIII, 322 Seiten, 26,— bzw. 29,50 DM.

H. Kunz

Wagen Psychologen und Philosophen gelegentlich eine literarische Exkursion in die Tierwelt, so darf man es als einen Glücksfall buchen, wenn man keinem geschossenen Bock auf der Strecke begegnet. Daß — wie Kollege Hediger einmal einen Lehrer seinen Schülern dozieren hörte — die Pinguine die Jungen der Seelöwen sein sollen, wird man zwar kaum vernehmen; aber andere merkwürdige Dinge werden ab und zu angeboten. Das trifft indessen auf das vorliegende Buch von Kainz keineswegs zu: nicht nur dokumentiert sich darin eine außerordentlich umfassende und genaue Kenntnis der einschlägigen Literatur, es bezeugt überdies eine ungewöhnliche Vertrautheit seines Verfassers mit Tieren. Dazu kommt eine nicht dogmatisch voreingenommene, die empirischen Daten differenzierend und besonnen abwägende, dennoch bestimmte Beurteilung zumal der strittigen Fragen, die auch den Mut hat, die letzteren nötigenfalls vorerst offen zu lassen. So darf man das Werk von Kainz vorbehaltlos als die beste und eingehendste Darstellung des Themas anerkennen.

Es gliedert sich in zwei Hauptstücke: das erste vermittelt die “biologischen Tatsachen”, das zweite entwickelt die “Systematik und Theorie” der Tier-“sprache”. Gleich zu Beginn formuliert Kainz eindeutig seine Auffassung: “Die Sprache ist Vorrecht und ausschließliches Besitztum des Menschen; sie stellt das Werk und das Korrelat jener Seinsschicht dar, die man als Geist und Vernunft den vorgeordneten ontischen Schichten des anorganisch Stofflichen (der Materie), des belebten und beseelten Seins, überhöhend anreiht. Sie ist das Menschlichste am Menschen; eine Wesensbestimmung des letzteren ist ohne Rekurs auf die elementaren Kulturgüter, an deren Spitze Sprache und Werkzeug stehen, nicht möglich.

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