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Kunz, H. (1962). DIE EINE WELT UND DIE WEISEN DES IN-DER-WELT-SEINS: Bemerkungen zu den Voraussetzungen der daseinsanalytisch-anthropologischen Interpretationen psychopathologischer Phänomene. Psyche – Z Psychoanal., 16(6):378-400.

(1962). Psyche – Zeitschrift für Psychoanalyse, 16(6):378-400

DIE EINE WELT UND DIE WEISEN DES IN-DER-WELT-SEINS: Bemerkungen zu den Voraussetzungen der daseinsanalytisch-anthropologischen Interpretationen psychopathologischer Phänomene

Hans Kunz

I. TEIL (Fortsetzung)

Demgegenüber glauben wir, daß die Wesenserfassungen und Wesensbegriffe zwar keineswegs bloße Abschilderungen einzelner konkreter Erlebnisse sind oder mittels der vergleichenden Abstraktion daraus gewonnen werden, wohl aber ohne den Rückbezug auf sie sich in endlosen Denkbarkeiten verlieren müßten. Das zentrale konstitutive Moment des Erfahrens liegt weder in seiner Wiederholbarkeit noch in der Mehrzahl der gegebenen ähnlichen oder gleichen Daten, obzwar beides zu seiner Sicherung beiträgt. Streng genommen kann überhaupt nur ein singuläres, sinnlich wahrgenommenes oder introspektiv zugängliches Phänomen wirklich erfahren und zum Anlaß einer Wesenserfassung werden; das letztere dann, wenn es gelingt, die invarianten, essentiellen Züge “ideierend”, “intuitiv”, also denkend “herauszusehen” und von den “zufälligen”, d. h. ausschließlich diesem Einzelnen zugehörigen Merkmalen abzuheben. Was an ihm “wesentlich” und “unwesentlich” ist, läßt sich nicht apriorisch durch einen Machtspruch oder durch den Entwurf idealer Möglichkeiten entscheiden, sondern bleibt der weiteren, den gegebenen Phänomenen nachgehenden Befragung überantwortet und daher unter Umständen auch dem unschlichtbaren Meinungsstreit ausgesetzt.

Der Verzicht auf apriorische Wesenseinsichten impliziert nicht eine Preisgabe der Bemühungen um empirisch-deskriptive Wesenserkenntnisse, die, wie das obige Zitat zeigt, auch Husserl anerkannt hat, obzwar nicht als Thema seiner — in den verschiedenen Phasen sich freilich wandelnden — Phänomenologie.

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