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Niederland, W.G. (1968). DISKUSSIONSBEITRAG ZU E. DE WIND: BEGEGNUNG MIT DEM TOD. Psyche – Z Psychoanal., 22(6):442-446.

(1968). Psyche – Zeitschrift für Psychoanalyse, 22(6):442-446

DISKUSSIONSBEITRAG ZU E. DE WIND: BEGEGNUNG MIT DEM TOD

William G. Niederland

Translated by:
Z. Szankay

Es ist keine leichte Aufgabe, die Probleme zu diskutieren, die in dem wichtigen Artikel Dr. de Winds behandelt werden, und ich kann nicht umhin, das fachmännische Niveau seiner Problemstellung wie auch die objektive, wissenschaftliche Form seiner Darstellung zu bewundern. Es ist schwer, angesichts der krassen Formen von Brutalität, die von Menschen an Mitmenschen verübt wurden, jenen traditionellen, sachlichen Gleichmut zu bewahren, der doch das Merkmal unserer Wissenschaft ist.

Obwohl über die Erfahrungen von Überlebenden der Konzentrationslager viel veröffentlicht worden ist (hauptsächlich Beschreibungen, persönliche Berichte und episodenhafte Erinnerungen), begannen—wie auch Dr. de Wind bemerkt—die Psychiater und Psychoanalytiker erst mit erheblicher Verspätung und unter dem Druck wachsender klinischer Notwendigkeit, die Phänomene gründlicher zu untersuchen, die man „Konzentrationslagerpathologie“, „verfolgungsbedingte Persönlichkeitsveränderungen“ usw. genannt hat. Diese Verspätung trifft auch auf mich selbst zu. Als ich in den Jahren 1946/47 im Mount Sinai Hospital und später als Berater beim damaligen United Service for New Americans die ersten Überlebenden aus den Konzentrationslagern sah, die unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg in die USA kamen, besaß ich wenig Erfahrung für das Verständnis ihrer Symptomatologie und noch weniger in der Behandlung ihrer Probleme.

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