Customer Service | Help | FAQ | PEP-Easy | Report a Data Error | About
:
Login
Tip: To contact support with questions…

PEP-Web Tip of the Day

You can always contact us directly by sending an email to support@p-e-p.org.

For the complete list of tips, see PEP-Web Tips on the PEP-Web support page.

Schwanenberg, E. (1969). Rollmann, Dietrich (Hg.): Strafvollzug in Deutschland. Situation und Reform. Frankfurt a. M. (S. Fischer) 1967. Informationen zur Zeit; Fischer Bücherei Nr. 841. 238 Seiten, 3, 80 DM.. Psyche – Z Psychoanal., 23(7):556.

(1969). Psyche – Zeitschrift für Psychoanalyse, 23(7):556

Rollmann, Dietrich (Hg.): Strafvollzug in Deutschland. Situation und Reform. Frankfurt a. M. (S. Fischer) 1967. Informationen zur Zeit; Fischer Bücherei Nr. 841. 238 Seiten, 3, 80 DM.

Review by:
Enno Schwanenberg

Dies Taschenbuch bietet, mit Ausnahme eines einzelnen Aufsatzes („Prognose und Strafvollzug“), keinen Leitfaden der Kriminalpsychologie im technischen Sinn, sondern eine nowendige Problematisierung der kriminologischen Perspektive: es zeigt und benennt die rückständigen und amoralischen Züge des deutschen Strafvollzugs. Besonders ist herauszustellen und zu begrüßen, daß diesmal nicht ein Fachmann, sondern ein Politiker als Herausgeber die Initiative ergriffen hat. Seine Kritik setzt präzis an den beiden Grundübeln an, die sich an den Vorfällen in Hamburg und Köln ablesen lassen. Das erste ist der Ausschluß der Öffentlichkeit: „Vierzig Jahre lang war der Strafvollzug in Deutschland beinahe ein nationales Tabu. Die Strafanstalten unseres Landes waren dem Blick des freien Bürgers zu sehr entzogen …“ (S. 13); dazu lese man die Erfahrungen des Herausgebers nach, die er mit unteren und obersten Instanzen der Justizbehörde bei seiner Datenermittlung machte (S. 15 f.). Die zweite Hauptkritik, die auch die Beiträge der anderen Autoren (Juristen und Fürsorger; Parlamentarier, Journalisten, Beamte, Professoren) durchzieht und die mit der ersten eng zusammenhängt, richtet sich gegen die Außerkraftsetzung der Grundrechte: „Wenn man Recht und Praxis des Strafvollzugs in der Zeit vor Inkrafttreten des Grundgesetzes mit dem Strafvollzug von heute vergleicht, so muß man feststellen, daß das Grundgesetz am Strafvollzug nahezu spurlos vorübergegangen ist“ (S. 210). Mit Ausnahme des Jugendstrafvollzugs sind die Bemühungen aus der Zeit der Weimarer Republik verlorengegangen, und das Grundgesetz von 1949 hat sich auf den Strafvollzug noch nicht ausgewirkt. Die Strafanstalten sind die moralischsten Einrichtungen der Gesellschaft; sie ist verpflichtet, dort nach dem Rechten zu sehen: ob es in ihnen moralisch zugeht.

[This is a summary or excerpt from the full text of the book or article. The full text of the document is available to subscribers.]

Copyright © 2020, Psychoanalytic Electronic Publishing, ISSN 2472-6982 Customer Service | Help | FAQ | Download PEP Bibliography | Report a Data Error | About

WARNING! This text is printed for personal use. It is copyright to the journal in which it originally appeared. It is illegal to redistribute it in any form.