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Berndt, H. (1969). Hahn, Alois: Einstellungen zum Tod und ihre soziale Bedingtheit. Eine soziologische Untersuchung. (Reihe: Soziologische Gegenwartsfragen, Hg. L. Neundörfer, H. Schelsky, F. H. Tenbruck). Stuttgart (F. Enke Verlag) 1968. 162 Seiten, kart. 29,— DM.. Psyche – Z Psychoanal., 23(7):559-560.

(1969). Psyche – Zeitschrift für Psychoanalyse, 23(7):559-560

Hahn, Alois: Einstellungen zum Tod und ihre soziale Bedingtheit. Eine soziologische Untersuchung. (Reihe: Soziologische Gegenwartsfragen, Hg. L. Neundörfer, H. Schelsky, F. H. Tenbruck). Stuttgart (F. Enke Verlag) 1968. 162 Seiten, kart. 29,— DM.

Review by:
Heide Berndt

Auf den hohen Stelzen des Soziologenjargons verliert selbst das Reden über den Tod den Flor eines traurigen Gedankens. Der Tod verschafft sich „Eingang in die Relevanzstruktur des Daseins“ (Seite 27), wird auf seine „soziale Wirkmächtigkeit … in der modernen Gesellschaft“ (Seite 22) untersucht und als „Todkontakt“ (Erleben des Sterbens anderer oder eigener lebensgefährlicher Situationen) positiv mit Todesfurcht korreliert (Seite 47).

Offenbar hat aber das Thema mit einem bedeutsamen Vorfall im Leben des Autors zu tun — dessen Vater starb, als er noch aufs Gymnasium ging (Seite 112) —, so daß über alle berufsspezifische Zurichtung der Sprache hinweg ein Rest persönlichen Interesses am Problem, die Reaktionen der heutigen Menschen auf den Tod zu verstehen, spürbar bleibt. Eine kritische Literaturdurchsicht (Aufarbeitung verschiedener anthropologischer und ethnologischer Untersuchungen) wird durch eine eigene (methodisch bescheiden angelegte) Befragung ergänzt. Obwohl die terminologisch oft unnötig aufgeblähte Sprache das Lesen erschwert, lassen sich einige aufschlußreiche Beobachtungen extrahieren. Der Tod, der jeweils einen radikalen Abbruch sozialer Beziehungen einschließt, ist eine antisoziale Tatsache par excellence (Seite 96). In Gesellschaften, wo jeder einzelne häufig und unumgänglich mit dem Tod konfrontiert wird, dienen streng festgelegte Trauer- und Bestattungsriten dazu, „Selbst und Identität“ (Seite 62 ff.) der Hinterbliebenen zu stützen und darüber hinaus mit dem eigenen Tod als einer Realität vertraut zu machen.

Die enorm erhöhte durchschnittliche Lebenserwartung der Menschen in der industrialisierten Gesellschaft hat den Umgang mit dem Tod tiefgreifend verändert. Die heutigen Menschen kommen nur selten mit ihm in Berührung; vor allem die jüngeren bleiben mit verhältnismäßig hoher Wahrscheinlichkeit davor bewahrt, den Verlust Gleichaltriger zu erleben.

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