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Röhr, D. (1971). Schumann, Hans-Joachim von: Liebesunfähigkeit bei Frauen und ihre Behandlung. Psychodynamik des Amazonen- und Pallas-Athene-Komplexes. Psychologie und Person, Band 16. München, Basel (Ernst Reinhardt Verlag) 1969. 160 S., Ln., 15,—DM.. Psyche – Z Psychoanal., 25(2):159-160.

(1971). Psyche – Zeitschrift für Psychoanalyse, 25(2):159-160

Schumann, Hans-Joachim von: Liebesunfähigkeit bei Frauen und ihre Behandlung. Psychodynamik des Amazonen- und Pallas-Athene-Komplexes. Psychologie und Person, Band 16. München, Basel (Ernst Reinhardt Verlag) 1969. 160 S., Ln., 15,—DM.

Review by:
Dorothea Röhr

Amazonen-Komplex definiert v. Schumann als „das (meist unbewußte) Streben mancher weiblicher Persönlichkeiten, unabhängig vom Manne zu existieren und den Mann als gelegentlichen Geschlechtspartner nur zum Zwecke der Kindeszeugung zu dulden“ (9). „Die (meist unbewußte) Tendenz mancher weiblicher Persönlichkeiten, nach männlicher Existenzthematik zu leben, eine virgo intacta zu bleiben und damit auf Kindeszeugung vollständig zu verzichten“ (9), wird als Pallas-Athene-Komplex bezeichnet.

Der Autor sieht sich mit dieser Terminologie in der Freudschen Tradition (9). Erstens aber hat Freud an keiner Stelle eine psychische Fehlhaltung nach einer mythischen Gestalt benannt; zweitens hat er den Terminus Komplex nur beibehalten für die Ödipus- und Kastrationsstrukturen in der Gesamtheit ihrer libidinösen Entwicklung (vgl. J.-B. Pontalis, Nach Freud, Frankfurt 1968, S. 115) und drittens sind Neurose und Komplex bei Freud nicht identisch. Der Amazonen-Komplex basiert auf starker Mutteridentifizierung und -fixierung und führt zu Dyspareunie und Anorgasmie. Solche Frauen haben eine Vorliebe für feminine jüngere Männer (Pädophilie), die sie leicht lenken können.

Für den Pallas-Athene-Komplex ist eine starke Vateridentifizierung und -fixierung charakteristisch. Die zum Syndrom gehörende Frigidität und der Vaginismus werden durch Ordnungs- und Sauberkeitsriten kompensiert. Diese Frauen schwanken zwischen Streben nach Zuwendung und Angst vor der Zuwendung, bevorzugen, wenn überhaupt, ältere Männer (Gerontophilie), neigen zur Homosexualität und im Extrem zum Transsexualismus.

v. Schumann meint, daß „eine Vermischung beider Komplexe stattfinden“ (45) kann. Damit wäre die von ihm behauptete Kausalität zwischen Syndrom und Mutter- bzw. Vateridentifizierung zweifelhaft. Die Analyse des zur Verifizierung der „Vermischungstheorie“ angeführten Falles, bei dem ein bis zum 10. Lebensjahr mit der Mutter identifiziertes Mädchen sich plötzlich mit dem Vater identifiziert, weil es erfährt, daß die Mutter ein uneheliches Kind ist, bleibt vorgergründig.

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