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Mecke, G. (1975). Der Ligurinus-Schock (II): Über eine narzißtische Pubertätskrise und ihre Wiederkehr beim fünfzigjährigen Manne. Psyche – Z Psychoanal., 29(5):421-444.
    

(1975). Psyche – Zeitschrift für Psychoanalyse, 29(5):421-444

Der Ligurinus-Schock (II): Über eine narzißtische Pubertätskrise und ihre Wiederkehr beim fünfzigjährigen Manne

Gunter Mecke

Horaz' Ode gegen Ligurinus bildet den Schlußstein der Hypothese, daß im Jugendalter eine Krise eintritt, die so universell und folgenreich ist wie der Ödipuskonflikt. Werkimmanente und kulturgeschichtliche Beweismaterialien erhärten die Auffassung, daß Ligurinus — wie alle in sich selbst vernarrten Knaben — den bloßen Übertritt ins Mannesalter als narzißtische Kränkung erlebt; und daß sich Horaz — der narzißtische Mann von fünfzig — für seinen gekränkten Stolz (Ligurinus hat ihn verschmäht) so rächt, daß er diesem den Schlag voraussagt, der seiner Selbstliebe unmittelbar droht. Mit dieser Neudeutung wird die jahrhundertealte philologische Mehrheitsansicht bestritten, daß Ligurinus ein zerknirschter alter Mann sei: eine Ansicht, die von „narzißtischen Scheuklappen“ herrührt, d. h. von (unwillkürlicher) Abwehr und Erkennens-sperrung mit entsprechendem Mangel an methodologischem Werkzeug, mit dem dieser „Denkabschreckung“ beizukommen wäre. Der Ligurinus-Schock, wie Horaz in verdichtet hat, erzeugt in gewissen Jungen den unmöglichen Wunsch, die schwindende bisexuelle Knabenschönheit ins hervortretende, doch gefürchtete männliche Selbst hinüberzuretten. Die Schärfe dieses Konfliktes bestimmt die Tiefe des von diesem narzißtischen Verlust in Gang gesetzten Trauerprozesses.

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