Customer Service | Help | FAQ | PEP-Easy | Report a Data Error | About
:
Login
Tip: To find a specific quote…

PEP-Web Tip of the Day

Trying to find a specific quote? Go to the Search section, and write it using quotation marks in “Search for Words or Phrases in Context.”

For the complete list of tips, see PEP-Web Tips on the PEP-Web support page.

Parin, P. (1975). Stierlin, H.: Adolf Hitler. Familienperspektiven. Frankfurt a. M. (SuhrkampTaschenbuch) 1975. 187 Seiten, 6 DM.. Psyche – Z Psychoanal., 29(11):1032-1034.

(1975). Psyche – Zeitschrift für Psychoanalyse, 29(11):1032-1034

Buchbesprechungen

Stierlin, H.: Adolf Hitler. Familienperspektiven. Frankfurt a. M. (SuhrkampTaschenbuch) 1975. 187 Seiten, 6 DM.

Review by:
Paul Parin

Als mich die Redaktion der Psyche beauftragte, Stierlins Buch über Adolf Hitler zu besprechen, zögerte ich zuzusagen. Ich wußte zwar noch nicht, daß „bereits mehr als 50 000 seriöse Arbeiten“ über Hitler existieren, wie in der Einleitung vermerkt ist. Aber ich meinte, daß jedes psychologische Buch über den „Führer“ zu viel wäre. Das Wesentliche am deutschen Nationalsozialismus, seine historischpolitische Dimension, würde unweigerlich in den Hintergrund gedrängt, wenn ein Autor den Menschen Adolf Hitler zum Gegenstand seiner Studie machte. Unbewußt und gegen seinen Willen, spät und viel leiser, würde der Autor die gewaltige Mystifikation wiederholen, die mit Hitlers „Mein Kampf“ ihren Anfang nahm, der Nationalsozialismus sei das Werk eines Mannes oder gar der deutschen Seele und nicht das Ergebnis ökonomisch-politischer Machtkämpfe. In einer Zeit, dreißig Jahre nach Hitlers Tod, in der alte und neue „Faschismen“ drohen, schien es mir — ein Gleichnis Freuds abwandelnd —, der Psychologe könnte nicht anders, als die ausgebrannte Lampe aus dem brennenden Haus holen, das sie in Brand gesteckt hat, und würde forschend über die Lampe gebeugt, Brand und Brandstifter aus den Augen verlieren.

Für den Historiker sollte es selbstverständlich sein, sein Studienobjekt als unbewußtes Werkzeug geschichtlich wirksamer Kräfte zu begreifen, eine Aufgabe, die sich um so dringlicher stellt, je mehr sich die historische Person in den Blickpunkt gerückt hat, je mehr es ihr gelungen ist, den Sinn des politischen Geschehens durch ihre eigene Deutung der Geschichte (an die sie in ihrem subjektiven Bewußtsein glaubt!) zu entstellen und ihm damit ihre persönliche Form und Gestalt zu geben.

[This is a summary or excerpt from the full text of the book or article. The full text of the document is available to subscribers.]

Copyright © 2020, Psychoanalytic Electronic Publishing, ISSN 2472-6982 Customer Service | Help | FAQ | Download PEP Bibliography | Report a Data Error | About

WARNING! This text is printed for personal use. It is copyright to the journal in which it originally appeared. It is illegal to redistribute it in any form.