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Morgenthaler, F. (1975). Dannecker, M. und R. Reiche: Der gewöhnliche Homosexuelle. Eine soziologische Untersuchung über männliche Homosexuelle in der Bundesrepublik. Frankfurt a. M. (S. Fischer) 1974. 393 + 36 Seiten, 19,80 DM.. Psyche – Z Psychoanal., 29(11):1040-1044.

(1975). Psyche – Zeitschrift für Psychoanalyse, 29(11):1040-1044

Dannecker, M. und R. Reiche: Der gewöhnliche Homosexuelle. Eine soziologische Untersuchung über männliche Homosexuelle in der Bundesrepublik. Frankfurt a. M. (S. Fischer) 1974. 393 + 36 Seiten, 19,80 DM.

Review by:
F. Morgenthaler

Die Untersuchung geht von einem Fragebogen aus, der sorgfältig ausgearbeitet und getestet wurde, bevor er von 139 Kontaktpersonen und 3 Clubs an 1617 Homosexuelle verteilt wurde. Die Exploranden hatten 150 zum Teil sehr breit angelegte Fragen, die ihre Intimsphäre erfaßten, zu beantworten. Die Rücklaufquote von 50 % war ungewöhnlich hoch: 789 Homosexuelle beantworteten die Fragebogen so korrekt, daß sie sich zur Auswertung eigneten. Das Kontaktnetz war in der Weise aufgebaut, daß der einzelne Befragte in einer persönlichen Beziehung zur ganzen Untersuchung stand. Die Autoren zielten ganz bewußt darauf, den anonymen Charakter von Fragebogen herkömmlicher Art auszuschalten und die Beantwortung der Fragen in einem affektiven Engagement der einzelnen anzustreben. Es ging ihnen weniger um eine sogenannte „objektive“ Erfassung des auszuwertenden Materials, als vielmehr darum, aus subjektiven Stellungnahmen, Ansichten und Schwerpunkten in der Beurteilung der Homosexualität der Befragten den Zusammenhang von individuellem Triebschicksal und sozialem Zwang, dem Homosexuelle ausgesetzt sind, bis in alle Einzelheiten aufzuzeigen und zu belegen.

Für den Psychoanalytiker, der aus naheliegenden Gründen statistischen Untersuchungen, die sich auf Fragebogen stützen, zurückhaltend begegnet, ist dieses Buch ganz außergewöhnlich. Seine Überzeugung, das Wesentliche der Homosexualität zu kennen, wird erschüttert. Je eingehender man als Analytiker das Buch studiert, desto eindringlicher beginnt das Material, auf dem die Untersuchungen aufbauen, zu sprechen. Es ist die Sprache der gesellschaftlichen Realität, in der wir alle leben und die in einem aufregenden Widerspruch zur Interpretation dieser Wirklichkeit steht, die wir Psychoanalytiker traditionsgemäß zu einem großen Teil mit der psychischen Entwicklung des Menschen und zu einem ganz kleinen Teil unter Einbeziehung gesellschaftlicher Faktoren begründen.

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