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Wittmann, L. (1979). Alexithymie und soziale Schichtung: I. Vorurteil im Dickicht der Empirie. Psyche – Z Psychoanal., 33(9-10):926.

(1979). Psyche – Zeitschrift für Psychoanalyse, 33(9-10):926

Alexithymie und soziale Schichtung: I. Vorurteil im Dickicht der Empirie

Lothar Wittmann

Spätestens seit den Arbeiten von K. Brede und G. Overbeck (s. etwa Psyche, Heft 4, 1977) ist bekannt, daß in der psychoanalytisch-psychosomatischen Forschung ein Schicht-Vorurteil grassiert. Leider wird es mit großer Naivität immer wieder fortgepflanzt. Als Negativ-Beispiel in dieser Richtung ist die Arbeit von M. von Rad und F. Lolas zu betrachten. Der gesamte methodische Aufbau enthält schwerwiegende Mängel. Beispielhaft sei die Parallelisierung der beiden Untersuchungsgruppen herausgegriffen. In dem Unterkapitel »Untersuchungsgang und Methodik« findet sich als viertes Parallelisierungskriterium (man weiß allerdings gar nicht, wie diese Parallelisierung durchgeführt wurde) die ungefähre Vergleichbarkeit beider Gruppen nach sozialer Schichtzugehörigkeit. Wie steht es damit? In der Tabelle 2 auf Seite 959 findet sich der Aufschluß: Die Verteilung der Schulbildung in beiden Stichproben weicht hoch signifikant voneinander ab. Und wie zu erwarten ist, sind in der psychosomatischen Stichprobe die Patienten mit dem geringeren Bildungsabschluß stärker vertreten. Nun sprechen die Autoren exkulpierend nur von »ungefährer Parallelisierung«; gefordert ist wohl eine extensive Auslegung des Wortes »ungefähr«.

Ein Ärgernis für den methodenbewußten Leser muß es sein, daß überhaupt nicht klar wird, nach welchem Kriterium die Schichtzuordnung stattfindet.

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