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Lohmann, H. (1979). Binion, Hitler und die Deutschen: Zu einem Essay von Georges Bataille über die psychologische Struktur des Faschismus. Psyche – Z Psychoanal., 33(11):1051-1056.

(1979). Psyche – Zeitschrift für Psychoanalyse, 33(11):1051-1056

Binion, Hitler und die Deutschen: Zu einem Essay von Georges Bataille über die psychologische Struktur des Faschismus

Review by:
Hans-Martin Lohmann

Die Ausstrahlung des amerikanischen Spielfilms »Holocaust« zu Beginn dieses Jahres im deutschen Fernsehen sowie die kollektiven Reaktionen auf ihn haben auf äußerst ernüchternde Weise deutlich gemacht, wie wenig das »Phänomen Faschismus« von uns rational und emotional bewältigt ist. Selbst die marxistische Linke, die noch am ehesten auf eine konsistente Theorie des Faschismus verweisen kann, welche dessen historische Entstehungsbedingungen wie seine Funktionsweise erklärt, steht nach »Holocaust« viel weniger selbstsicher da als zuvor. Ich behaupte überdies, daß auch die Psychoanalyse bis heute nicht in der Lage ist, mehr als ein paar Mosaiksteinchen zum Verstehen des Faschismus beizutragen. Alles in allem liegt der erklärungs- und verstehensbedürftige »Gegenstand Faschismus« immer noch weitgehend im dunkeln. In dieser Situation greift man begierig nach einem Buch, das die Aufhellung des Dunklen prätendiert. Georges Batailles 1933/34 entstandener Essay »La structure psychologique du Fascisme«, jetzt erstmals in deutscher Übersetzung zugänglich, setzt sich freilich dem Risiko aus, sich hier wie dort unbeliebt zu machen: den Marxisten dürfte die Argumentation Batailles allzu psychologisch, den Psychologen (oder näher: den Analytikern) dürfte sie zu politökonomisch daherkommen. In der Tat verknüpft Bataille auf ganz und gar unkonventionelle Art einen psychologischen Erklärungsansatz, der sich auf Freuds »Massenpsychologie und Ich-Analyse« stützt, mit klassischen marxistischen Theoremen (von denen er freilich später, unter dem Eindruck der Erfahrungen mit dem Stalinismus, abgerückt ist), ohne sich zu scheuen, seine Theorie mit religionswissenschaftlichen, ethnologischen, anthropologischen und soziologischen Versatzstücken (Marcel Mauss, Emile Durkheim) anzureichern.

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