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Grubrich-Simitis, I. (1980). Mitscherlich, Margarete: Das Ende der Vorbilder. Vom Nutzen und Nachteil der Idealisierung. M√ľnchen (Piper) 1978. 218 S., 16 DM.. Psyche – Z Psychoanal., 34(12):1147-1152.

(1980). Psyche – Zeitschrift für Psychoanalyse, 34(12):1147-1152

Mitscherlich, Margarete: Das Ende der Vorbilder. Vom Nutzen und Nachteil der Idealisierung. München (Piper) 1978. 218 S., 16 DM.

Review by:
Ilse Grubrich-Simitis

Warum Margarete Mitscherlichs 1978 veröffentlichtes Buch Das Ende der Vorbilder heißt, habe ich, offen gestanden, nicht ganz begriffen. Hingegen ist, wie vom Untertitel angekündigt, in allen Kapiteln vom Nutzen und Nachteil der Idealisierung die Rede, wenngleich nicht immer als Hauptthema. Im Grunde handelt es sich um acht verschiedene Aufsätze, die die Autorin seit 1973, also nach Erscheinen von Müssen wir hassen? (1972), geschrieben hat. Warum, so möchte man wohl mehr den Verlag als die Autorin fragen, muß das hinter einem Titel verborgen werden, der eher ein durchgeschriebenes Buch erwarten läßt und insofern eigentlich ein wenig irreführt? Sind die Zeiten vorbei, da Titel wie Sammlung kleiner Schriften zur Neurosenlehre, Psychoanalytische Studien, in Verbindung mit einem bekannten Autorennamen, als Kaufanreiz genügten? Vergessen auch Würde und Eigenständigkeit der sogenannten kleinen Form, des Essays, der Abhandlung?

Wer nach einem roten Faden sucht, der findet ihn im Denken der Autorin. Es ist sehr lohnend nachzuvollziehen, wie Margarete Mitscherlich zwei Hauptfelder ihres bisherigen psychoanalytischen Forschens, neuerdings organisiert um die Untersuchung gutartiger wie bösartiger Phänomene von Idealisierung/Idealbildung/Entidealisierung, inzwischen weiter ausgebaut hat. Gemeint sind erstens die zusammen mit Alexander Mitscherlich in Die Unfähigkeit zu trauern (1967) formulierten sozialpsychologischen Gedanken über den kollektiv-psychotischen Idealisierungsprozeß während des Hitler-Regimes und die seit Kriegsende hierzulande zu beobachtende Unfähigkeit, den Verlust des Ideals sowie die damit einhergehende katastrophale Einbuße an Selbstwertgefühl, letztlich die Tatsache trauernd zu verarbeiten, daß es vermittels einer von jeglicher Eigenverantwortung entlastenden Externalisierung des individuellen Ich-Ideals überhaupt zur hochaggressiven faschistischen Idealbildung hatte kommen können.

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