Customer Service | Help | FAQ | PEP-Easy | Report a Data Error | About
:
Login
Tip: To bookmark an article…

PEP-Web Tip of the Day

Want to save an article in your browser’s Bookmarks for quick access? Press Ctrl + D and a dialogue box will open asking how you want to save it.

For the complete list of tips, see PEP-Web Tips on the PEP-Web support page.

Lange-Kirchheim, A. (1987). Hiebel, Hans Helmut: Die Zeichen des Gesetzes. Recht und Macht bei Franz Kafka. München (Fink) 1983. Kt., 287 Seiten, 68 DM.. Psyche – Z Psychoanal., 41(10):947-954.
    

(1987). Psyche – Zeitschrift für Psychoanalyse, 41(10):947-954

Hiebel, Hans Helmut: Die Zeichen des Gesetzes. Recht und Macht bei Franz Kafka. München (Fink) 1983. Kt., 287 Seiten, 68 DM.

Review by:
Astrid Lange-Kirchheim

Dieses Buch kann als eine der ambitioniertesten Kafka-Deutungen der letzten Jahre bezeichnet werden; es stellt höchste Ansprüche an Wissen und Reflexionsfähigkeit des Lesers, beeindruckt aber weniger durch methodische Strenge und Konsequenz der Darstellung als durch einfallsreiche Textanalyse: Redundanzen und rhetorische Spielereien hat der Leser in Kauf zu nehmen. Zunächst: der Titel weckt falsche Erwartungen — eine systematische Analyse von Recht und Macht bei Kafka wird nicht vorgelegt — und verschweigt darüber hinaus die zweite entscheidende Dimension der Arbeit, »das Begehren in den »Mythen« Franz Kafkas« (eine Habilitationsschrift betitelt »Konfigurationen des Rechts, der Macht und des Begehrens« liegt ihr zugrunde). In wessen Interesse geschah die Amputation des Titels?

Nach Ansätzen bei Deleuze und Guattari, Roland Pierre und Rudolf Kreis liegt hier die erste größere poststrukturalistisch orientierte Arbeit zu Kafka vor. Unter den Gesetzen versteht Hiebel die Einschreibungen der Macht auf den Körper, Einschreibungen, die den Gegensatz von Realitäts- und Lustprinzip installieren und damit das »Begehren« als Synonym für den Freudschen »Wunsch« entstehen lassen (S. 113, S. 13). Da Hiebel zeigt, daß bei Kafka das Recht immer wieder durch die Macht pervertiert und aufgehoben wird, bildet die Gegenüberstellung von Macht und Begehren in Kafkas Texten den eigentlichen Gegenstand der Arbeit. Sie verfolgt vorrangig die psychoanalytische und sozialphilosophische Perspektive, wie sie von Lacan bzw. Foucault eröffnet wurde. Beider Modelle und Theoreme fungieren als Analogien und Kommentare innerhalb einer ansonsten streng textbezogenen Auslegung.

[This is a summary or excerpt from the full text of the book or article. The full text of the document is available to subscribers.]

Copyright © 2019, Psychoanalytic Electronic Publishing, ISSN 2472-6982 Customer Service | Help | FAQ | Download PEP Bibliography | Report a Data Error | About

WARNING! This text is printed for personal use. It is copyright to the journal in which it originally appeared. It is illegal to redistribute it in any form.