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Noerr, A.E. (1996). Bronfen, Elisabeth: Nur über ihre Leiche. Tod, Weiblichkeit und Ästhetik. München (Antje Kunstmann) 1994. 648 Seiten, 68 DM.. Psyche – Z Psychoanal., 50(9-10):967-972.

(1996). Psyche – Zeitschrift für Psychoanalyse, 50(9-10):967-972

Bronfen, Elisabeth: Nur über ihre Leiche. Tod, Weiblichkeit und Ästhetik. München (Antje Kunstmann) 1994. 648 Seiten, 68 DM.

Review by:
Annelinde Eggert-Schmid Noerr

»Das poetischste aller Themen«, meinte Edgar Allen Poe, sei »der Tod einer schönen Frau«. Ein frivoler, vielleicht auch zynischer, auf jeden Fall ein listiger Satz. Nicht nur verschiebt er die eigene Todesfurcht auf die Frauen, auf schöne Frauen, junge Frauen, die normalerweise gar nicht sterben müssen. Mit der Zusammenführung von Poesie und Tod schafft er auch eine Verbindung, die gleichsam über den Tod triumphiert. Der Tod wird zur Poesie, die Todesahnung, die uns im Grunde mit Angst und Schrecken erfüllt, zur Kraft des lebendigen Schaffens. Die künstlerische Verbindung von Weiblichkeit und Tod ist eine kompensatorische Ersatzbildung, die — wie die Hoffnung auf ein wie immer geartetes Weiterleben — den Tod als Gewißheit fernhalten soll.

Dies zeigt Elisabeth Bronfen in ihrer Kritik des »poetischsten aller Themen«. Ihr Buch befaßt sich mit dem Tod, genauer: mit männlich konnotierten Vorstellungen vom weiblichen Tod. Es verdeutlicht, daß mit der bildlichen oder literarischen Darstellung des Todes »eine Situation geschaffen (wird), die im wirklichen Leben unmöglich wäre: Wir sterben mit jeman-dem, doch wir kehren zurück. Wir nehmen die Allgegenwart des Todes wahr, doch es ist nicht der eigene« (S. 9). Die Verkoppelung von weiblicher Jugend oder Schönheit mit Tod erhöht die Faszination des Todes und auch den Schrecken, der von ihm ausgeht.

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