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Dornes, M. (1996). Holmes, Jeremy: John Bowlby and Attachment Theory. London (Routledge) 1993. 249 Seiten, 13 £(Pb), 35 £(Hb).. Psyche – Z Psychoanal., 50(11):1055-1059.

(1996). Psyche – Zeitschrift für Psychoanalyse, 50(11):1055-1059

Holmes, Jeremy: John Bowlby and Attachment Theory. London (Routledge) 1993. 249 Seiten, 13 £(Pb), 35 £(Hb).

Review by:
Martin Dornes

John Bowlby (1907-1990) ist einem größeren Leserpublikum durch seine Monographie über den Zusammenhang zwischen mütterlicher Zuwendung und geistiger Gesundheit bekannt geworden. Er beschreibt dort die nachteiligen Folgen, die entstehen, wenn Kinder ohne Mütter in Institutionen aufwachsen, in denen ihre emotionalen und kognitiven Bedürfnisse nur unzureichend befriedigt werden. Nach Erscheinen dieser Monographie im Jahr 1951 ist zu diesem Thema viel geforscht worden. Bowlbys Aussagen wurden relativiert und modifiziert, aber als grundlegende Einsicht bleibt, daß die langandauernde Trennung von der Mutter bei ungenügendem Ersatz einen erstrangigen Risikofaktor für die weitere seelische Entwicklung darstellt.

Im Mittelpunkt der vielseitigen Interessen und Begabungen Bowlbys stand die Rolle der Umwelt in der Genese von Neurosen. Bowlby entwickelte seine Position in Auseinandersetzungen mit Melanie Kleins Theorien. In Diskussionen mit Kleinianern und in persönlicher Supervision bei Klein gewann er den Eindruck, daß sie die Bedeutung der Umwelt und des Realtraumas nicht hinreichend anerkannte und diesbezüglich allenfalls Lippenbekenntnisse ablegte (Hunter, 1986, S. 173f.). Im Kern gingen (und gehen) die Kleinianer davon aus, daß autoplastisch erzeugte Phantasien die Realitätswahrnehmung und -Verarbeitung bestimmen und reale Erfahrungen »innerlich« entstandene Phantasien nur modifizieren können.

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