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Guntrip, H. (1997). Meine analytische Erfahrung mit Fairbairn und Winnicott. Wie vollständig ist das Ergebnis psychoanalytischer Therapie?. Psyche – Z Psychoanal., 51(7):676-699.

(1997). Psyche – Zeitschrift für Psychoanalyse, 51(7):676-699

Aus dem Archiv der Psychoanalyse

Meine analytische Erfahrung mit Fairbairn und Winnicott. Wie vollständig ist das Ergebnis psychoanalytischer Therapie?

Harry Guntrip

Translated by:
Christiane Walesch-Schneller

Der Versuch, auf die im Untertitel gestellte Frage eine nur theoretische Antwort zu geben, scheint mir wenig sinnvoll. Die Theorie ist für mich nicht das Hauptanliegen. Sie ist ein nützlicher Diener, aber ein schlechter Ratgeber und in Gefahr, orthodoxe Verteidiger jeder Glaubensrichtung zu produzieren. Wir sollten immer — was die Theorie betrifft — flexibel sein auf der Suche nach Wegen, um sie im Licht therapeutischer Praxis zu verbessern. Die therapeutische Praxis ist der Kern der Sache. Letztendlich werden gute Therapeuten geboren, nicht ausgebildet, und diese ziehen den besten Nutzen aus ihrer Ausbildung. Vielleicht impliziert die Frage: »Wie vollständig ist das Ergebnis psychoanalytischer Therapie?« folgende weitergehende Frage: »Wie vollständig ist das Ergebnis unserer Ausbildungsanalyse?« Analytiker sind gut beraten, gegenüber den Entwicklungen nach Beendigung einer Analyse offen zu sein, also erwarten wir wahrscheinlich von »der Analyse« nicht eine »totale«, eine ein für allemal beendete Arbeit. Wenn wir das vorliegende Ergebnis einer ersten Analyse einschätzen wollen, sollten wir uns mit den möglichen Entwicklungen nach der Beendigung von Analysen auskennen. Auf der Basis von Berichten unserer Patienten allein können wir mit dieser Frage nicht umgehen. Sie müssen unvollständig sein, was die erste Analyse angeht, nicht vorhanden, was die weitere Geschichte betrifft.

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