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Salzborn, S. (2006). Peisker, Ingrid: Vergangenheit, die nicht vergeht. Eine psychoanalytische Zeitdiagnose zur Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus. Gießen (Haland & Wirth im Psychosozial-Verlag) 2005. 804 Seiten, € 69,90.. Psyche – Z Psychoanal., 60(7):681-682.

(2006). Psyche – Zeitschrift für Psychoanalyse, 60(7):681-682

Peisker, Ingrid: Vergangenheit, die nicht vergeht. Eine psychoanalytische Zeitdiagnose zur Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus. Gießen (Haland & Wirth im Psychosozial-Verlag) 2005. 804 Seiten, € 69,90.

Review by:
Samuel Salzborn

Ingrid Peisker geht in ihrer ausgesprochen umfang- und materialreichen psychoanalytischen Zeitdiagnose über die Auseinandersetzungen mit dem Nationalsozialismus von der These aus, daß in der bundesdeutschen Nachkriegsgesellschaft nicht eine kritische Aufarbeitung der NS-Vergangenheit im Mittelpunkt gestanden habe, sondern deren nachträgliche Legitimierung. Anstelle eines Abschiednehmens von den NS-Idealen und einer schmerzhaften Trauerarbeit kam es zu Rechtfertigungen, Bagatellisierungen und Umdeutungen der eigenen Vergangenheit. Peisker will mit ihrer Arbeit den bisherigen Diskussionsprozeß auf zweierlei Weise aufgreifen und weiterentwickeln: Einerseits sollen die «historischen Fakten nach altbewährter psychoanalytischer Tradition» klargestellt werden und andererseits soll die Erinnerung in den Mittelpunkt gerückt werden, wobei Erinnerung im doppelten Sinne einer Hervorholung des Verdrängten und Beschwiegenen und einer Trauerarbeit als «schonungslose Konfrontation mit dem, was betrauert werden soll», verstanden wird (S. 13): «Statt sich hinter der Abwehr zu verschanzen und immer weitere Beweise zu sammeln, um sich vor den Zumutungen der Selbsthinterfragung zu schützen, sollten die Deutschen die Herausforderung annehmen und die Normalität der Verbrechen als Produkt einer spezifischen politischen Kultur und Mentalitätstradition begreifen. Eine solche Auseinandersetzung erweist sich als um so dringender, als die aktuelle Situation in Deutschland mit ihren besonders intensiven Selbstverständnisdebatten genügend Anlaß bietet, die eigene «Normalität» anzuzweifeln.

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